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Engel - Der Bote
Eigentlich ist das mit den Engeln ganz einfach. Sie sind Boten. Nichts anderes bedeutet das Wort angelos.
Es ist griechisch und heißt halt nichts anderes als Bote und sonst nichts. Sie überbringen ein angelion, eine Botschaft und manchmal ist es ein Euangelion, ein Evangelium, eine gute Nachricht. Boten gehören zu den Hilfskräften von Herrschenden, von Königen oder auch sonst von Leuten, die etwas zu sagen haben. Und was sie zu sagen haben, das lassen sie ausrichten, eine Botschaft halt, eine Nachricht, einen Auftrag. Ist der Auftrag erfüllt, kehrt der Bote wieder zurück zu seinem Herrn. Er meldet Vollzug und das wars dann. Nicht mehr und nicht weniger: das sind Engel, so sind Engel.
Nun ist der Bote eines mächtigen Herrn natürlich etwas anderes als sagen wir mal der Botenjunge der Bäckerei Halm und Ähre, der der Frau Schmitz die Nachricht überbringt: die bestellten 120 Partybrötchen können jetzt abgeholt werden. Was für Frau Schmitz sicher eine gute Nachricht ist.
Manchmal muss der Bote aber auch schreckliche Nachrichten überbringen; solche von der Art, die den Empfänger in Angst und Schrecken versetzen oder bis ins Mark erschüttern. Nicht selten wurden dann die Boten in alten Zeiten dafür hingerichtet.
Nun, einem Engel Gottes ist das meines Wissens nach noch nicht passiert; obwohl auch die nicht nur Friede und Freude zu übermitteln hatten. Aber davon später mehr.
In Erinnerung sollten wir uns auch noch rufen, dass Engel Männer sind ausschließlich! Niemals Frauen. Heißt ja auch der Engel. Keine Ahnung, wann das angefangen hat: aus den ehrwürdigen Überbringern herrscherlicher Aufträge wurden zunehmend niedliche, meist blondgelockte Mädchenfrauen mit Po und Busen und Plüschflügeln und oft in zu kurze Nachthemden gesteckt. Wundern sollte mich das nicht, denn inzwischen gibt es auch pralle Nikoläusinnen und selbst Osterhasenfrauen. Die Sexualisierung lässt wohl keinen Bereich mehr unangetastet.
Die ehemaligen Träger herrscherlichen Willens sind möglicherweise deshalb so verniedlicht worden, weil auch Gott, der Herr, verniedlicht wurde zum lieben Gott, der eher einem schon etwas tattrigen Onkel gleicht, als dem Schöpfer und Bewahrer von Himmel und Erde. Und parallel zum lieben Gott werden auch die Engel lieb. Brave Schutzengel, die offenbar nur noch dafür da sind zu schützen, was uns lieb und wert ist. Und so geistern sie durch die Werbung, hängen über Kinderbettchen und an Halsketten gestandener Frauen und baumeln an den Innenspiegeln von Autos.
Ja, ich weiß: auch in der Bibel gibt es Schutzengel. Aber schützen, das ist nur eine und nicht einmal die vordringliche Aufgabe. Anderes scheint wichtiger zu sein. Lieblich und niedlich ist das dann nicht unbedingt.
Um diese Engel und ihre Aufträge soll es in dieser Woche gehen und was wir daraus für unser Leben heute gewinnen können. Aber gehen wir es ruhig an und schauen einmal morgen zu, was so passiert, wenn eine junge Frau einen Engel trifft.
Bis dahin wünscht Ihnen eine engelhafte Geduld, ihr Pfarrer Gerd Höft aus Düsseldorf
Engel - Der Bote
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