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Mit Gott reden
Guten Morgen, sagte mein Radiowecker. Aufwachen! Da bin ich wieder! Noch ziemlich verschlafen drehte ich mich auf die andere Seite.
Ich weiß, dass du da bist, brummte ich. Du bist schließlich jeden Morgen da. Aber in der Regel muss ich mich nicht mit dir unterhalten.
Ach komm, jetzt sei nicht so, meinte er fröhlich. Ich hab doch gesagt, dass ich heute noch mal mit dir reden will! Also tu jetzt nicht so verschlafen.
Ich tu nicht so verschlafen, ich bin tatsächlich noch müde. Außerdem hatte ich gehofft, du würdest das mit dem Reden einfach vergessen.
Also, wenn ich anfange, vergesslich zu werden, kann ich als Radiowecker einpacken.
Nun, da besteht ja im Moment wohl kein Grund zur Sorge. Also gut, schieß los: Was willst du von mir?
Ich wollte dich nur dazu bringen, dass du ab und zu mit Gott redest, begann er.
Na toll! ging ich dazwischen. Als wär mein Tag noch nicht voll genug. Als hätte ich nicht auf meinem Schreibtisch eine lange Liste mit unerledigten Dingen liegen! Wie soll ich denn da auch noch mit Gott reden?
Komm, da gibts genug Möglichkeiten! Du musst ja zum Beten nicht jedes Mal in die Kirche rennen. Du kannst das auch so mal machen. Zwischendurch, irgendwann, z.B. unter der Dusche. Oder beim Autofahren.
Da kann ich doch wohl schlecht die Hände falten und die Augen zu machen.
Ist mir klar. Aber dann lässt du eben die Augen offen und die Hände am Steuer und redest trotzdem mit Gott.
Und das reicht?
Also ich glaube, Gott geht es weniger um die Einhaltung bestimmter Formalitäten und äußerer Haltungen. Dem ist wichtig, dass du überhaupt mal mit ihm redest.
Du meinst also, dass könnte ich einfach so nebenbei tun?
Na ja. Mit dem Beten ist es wie beim Essen. Wenn man das nur so zwischendurch macht, tuts nicht so gut, wie wenn man sich richtig Zeit dafür nimmt. Aber besser als nichts ist es allemal.
Hm hm. Und was soll ich Gott dann sagen?
Alles, was du willst. Wies dir geht, was du vorhast, worauf du dich freust, was dir Sorgen macht
Und dann?
Dann mal gucken, was Gott damit macht. Das kann man vorher nie wissen. Aber dass er dir zuhört und sich dazu was einfallen lässt - darauf kannst du dich verlassen.
Ich fürchte, so langsam gehen mir die Einwände aus.
Das hatte ich gehofft. Und wenn du erst angefangen hast, zwischendurch mit Gott zu reden, kriegst dus ja vielleicht auch mal hin, abends vor dem Schlafengehen zu beten.
Also bitte, das hab ich früher als kleines Kind gemacht!
Na und? Abends den Tag noch mal Revue passieren zu lassen und ihn dann Gott anzuvertrauen - das würde dir immer noch gut tun. Vielleicht könntest du dann auch besser einschlafen.
Du kriegst aber auch alles mit.
Na hör mal, ich steh doch direkt neben dir, wenn du im Bett liegst. Übrigens wärst du mit dem Beten in guter Gesellschaft. Jürgen Klopp sagt zum Beispiel, dass er jeden Tag betet. Bernd Stelter auch
Der mit dem NRW-Duell?
Genau. Der hat in einem Interview gesagt, wenn er abends vor dem Einschlafen betet, dann fallen ihm die ganzen schönen Sachen ein, die tagsüber passiert sind. Dann ist er gleich zufriedener und kann besser schlafen.
Klingt einleuchtend. Sollte ich vielleicht auch mal probieren.
Ich kann dich ja heute Abend dran erinnern, schlug mein Radiowecker gut gelaunt vor. Und bevor ich noch etwas erwidern konnte, schaltete er auf WDR 2 um.
Mit Gott reden
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