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Fühl dich wie zu Hause!
Fühl dich wie zu Hause! Wie befreiend kann dieser Satz sein. Eben stand man noch aufgeregt, auf dem Treppenabsatz. Das Blumenpapier wurde schnell noch in
der Manteltasche versteckt, der Schlips geradegerückt, den Kindern letzte Instruktionen gegeben. Gebt ordentlich die Hand, macht nichts kaputt. Als ob Erziehungsversuche jetzt noch etwas nützen. Dann geht die Tür auf, strahlende Gesichter. Herzliche Begrüßung:
und die schönen Blumen, Rosen mag ich ja auch am liebsten. Und schön, dass die Kinder dabei sind. Kommt rein, fühlt euch wie zu Hause! Der Satz wirkt wie ein Erlösung. Alle Anspannung fällt ab, alle Aufregung war umsonst, welch ein Glück. Aus dem Fremden wird ein Gast, aus dem Gast ein Freund, und bald darf er sich fühlen, als ob er zur Familie gehört. Und wenn den Kindern dann doch mal was runterfällt, dann ist es sicher nicht die Welt, das passiert zu Hause schließlich auch.
Fühlen Sie sich wie zu Hause! Viele Menschen fühlen sich auch in der Kirche wie zu Hause. Hier haben sie schon als Konfirmanden gesessen, sie erinnern sich an die Freudentränen bei der Hochzeit. Und wer öfter kommt freut sich darauf, am nächsten Sonntag wieder hier in der Bank zu sitzen.
Fühlen Sie sich wie zu Hause! Doch mancher steht vor der Kirchentür, mit ähnlich gemischten Gefühlen, wie vor der Tür einer Wohnung, in der er noch nie war. Sicher freut er sich über die freundlichen Menschen, die ihm am Kircheneingang die Hand geben. Aber dennoch bleibt eine gewisse Schwellenangst. Das war schon zu biblischen Zeiten so. Der Apostel Paulus machte den Menschen damals Mut, er schrieb: So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen. Sich bei Gott wie zu Hause fühlen, das wünsche ich mir. Und er lädt uns ein, sich nicht nur wie zu Hause zu fühlen, sondern auch bei ihm zu wohnen, bei ihm zu Hause zu sein. Gerne bezeichnen wir ja die Kirche als Haus Gottes. Aber mit der Kirche ist nicht das alte Gebäude mit dem Turm gemeint. Kirche ist die Gemeinschaft der Menschen, die an Jesus Christus glauben. Wer sich in dieser Gemeinschaft wohl fühlt, der ist dort wirklich zu Hause. Hier treffe ich Menschen, die sich von Gott bewegen lassen, die ihre Freude am Glauben mit anderen teilen wollen. Sie wollen sich Gott öffnen, und andere einladen. das auch zu tun. Und wer sich in dieser Gemeinschaft wohlfühlt, der öffnet sich auch selbst für Gott und wird dann für ihn zum Gastgeber. Paulus schreibt, Ihr werdet mit erbaut zu einer Wohnung Gottes im Geist.
Gott will nicht zwischen dicken Kirchenmauern eingesperrt sein. Ein Haus, das ihm gefällt, ist aus lebendigen Steinen gebaut. Gott will in den Menschen wohnen. Nun kommt es darauf an, ihn einzuladen und freundlich zu empfangen. Ich brauche keine Angst vor meinem Gast haben. Er wird nicht mit spitzen Fingern durch die Wohnung gehen und über jedes Staubkörnchen die Nase rümpfen. Aber er wird mir manchmal einen freundschaftlichen Tipp geben, wie ich meine Wohnung noch ansprechender gestalten kann. Wie den Rat von guten Freunden kann ich auch seine Worte anhören, damit Gott sich bei mir wie zu Hause fühlen kann. Fühl dich wie zu Hause!
Lassen Sie sich einladen von Gott, und wundern Sie sich nicht, wenn er Ihre Einla-dung ohne zu zögern annimmt. Er ist ein angenehmer Gast.
Fühl dich wie zu Hause!
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