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Gott des Himmels und der Erden (ege 445)
Wenn es gut ist, mit friedvollen Gedanken aus dem alten Tag herauszukommen und man friedlich einschlafen konnte, dann ist es allemal gut,
auch mit solchen Gedanken aufzuwachen und in den neuen Tag hineinzukommen.
Guten Morgen, liebe Hörerin und lieber Hörer! Das ist der Grund für Martin Luther gewesen, ein Abend- und ein Morgengebet zu schreiben. Diese beiden Gebete klingen ähnlich; sie werden auch Luthers Abend-, bzw. Morgensegen genannt. Der Morgensegen hört sich so an:
Sprecherin: Ich danke dir, mein himmlischer Vater durch Jesus Christus, deinen lieben Sohn, dass du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast und bitte dich: du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, dass dir all mein Tun und Leben gefalle, denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, dass der böse Feind keine Macht an mir finde.
In dieser Woche möchte ich Ihnen verschiedene Vertonungen von Luthers Morgensegen vorstellen; zunächst die Variante von Heinrich Albert.
Heinrich Albert hat im 17. Jahrhundert, in der Zeit des 30 jährigen Krieges gelebt. Er hat schreckliche Erfahrungen machen müssen. Er ist in Kriegsgefangenschaft geraten, musste in Königsberg zunächst im Festungsbau arbeiten, bevor er endlich seine Musikerlaufbahn fortsetzen konnte. Er stammt aus wohlhabender Familie, hat verwandtschaftliche Beziehungen zu einem der ganz großen Musiker seiner Zeit, zu Heinrich Schütz in Dresden. Aber der Krieg bringt alles durcheinander. Erst langsam, nach und nach kommt er wieder dazu, die musikalische Spur in seinem Leben wieder aufzunehmen. Seine Vertonung von Luthers Morgensegen wirkt auf mich wie ein Trotz; als wollte er sagen: und wenn ich noch so viel erlebt habe, was gegen dich spricht, Gott, ich halte mich an dir fest. Du, Gott hast uns doch gewollt, du hast doch alles geschaffen und wir leben noch. Ach Gott, ich weiß ja nicht, was heute noch alles auf mich zukommt. Aber darum bitte ich dich, halte du auch an mir fest und führ mich durch diesen Tag. Dann wird es ein guter Tag werden.
Und so klingt das Lied von Heinrich Albert:
Sprecherin: 1. Gott des Himmels und der Erden, Vater, Sohn und Heilger Geist, der es Tag und Nacht läßt werden, Sonn und Mond uns scheinen heißt, dessen starke Hand die Welt, und was drinnen ist erhält: 2. Gott, ich danke dir von Herzen, daß du mich in dieser Nacht vor Gefahr, Angst, Not und Schmerzen hast behütet und bewacht, daß des bösen Feindes List mein nicht mächtig worden ist. 5. Führe mich, o Herr, und leite meinen Gang nach deinem Wort; sei und bleibe du auch heute mein Beschützer und mein Hort. Nirgends als von dir allein kann ich recht bewahret seisein.
Einen behüteten und erfüllten Tag wünsche ich Ihnen; Ihr Eberhard Helling, Pfarrer aus Lübbecke.
Gott des Himmels und der Erden (ege 445)
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