Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

15.06.11, Manuela Kraft

Nur von XS bis XXL?

Frauen und Mode! Immer das gleich. Ganz detaillierte Vorstellungen haben sie. Blau soll die Jacke werden, vorne mit großen, bunten Knöpfen.

Natürlich mit Kapuze, am besten aus einem wetterfesten und atmungsaktiven Stoff, dabei sollte sie sich immer noch kuschelig anfühlen. Mit Taschen und Reißverschluss. Tailliert und vor allen Dingen soll sie schick aussehen.

Kein Problem, nickt Jana. Sie ist  Modedesignerin. Jana schreibt alles ganz genau auf und nimmt Maß.

Im  Atelier macht sie sich sofort an die Arbeit. Die Mode, die sie kreiert und schneidert, sind Unikate für besondere Menschen. Jana macht Mode für Menschen mit Behinderungen, so wie in diesem Fall für die junge Frau im Rollstuhl. Die Jacke wird ganz auf die Sitzposition der Rollstuhlfahrerin zugeschnitten. Sie wird am Ende so angefertigt sein, dass die junge Frau sie selber an- und ausziehen kann. Das Rückenteil der Jacke wird genau bis zur Sitzfläche gehen, so dass der Stoff hinten im Rücken nicht unangenehm knubbelig wird. Und vor allen Dingen wird sie todschick aussehen. Genau das ist Jana  wichtig. Dass die Mode den ganz eigenen Bedürfnissen von Menschen mit Behinderungen angepasst wird.

Eine außergewöhnliche und gute Idee, finde ich. Gott sei Dank, dass einige Modemacherinnen anders denken als in den Kategorien  XS und XXL. Es müssten nur noch viel mehr sein…

Sprecher:  Daniel Schneider

Audiobeitrag Nur von XS bis XXL?


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