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Sorget nicht! (Matthäus 6,25-27)
Ein hochbetagtes christliches Ehepaar kommt in den Himmel. Ein Engel zeigt ihnen ihr neues Zuhause. Die beiden Alten kommen überhaupt nicht mehr aus dem Staunen heraus.
Auf der Erde hatten sie ziemlich bescheiden und beengt gelebt. Und nun sehen sie das geräumige Haus mit dem schönen Garten, den Swimmingpool und die Sauna. Alles, was das Herz begehrt, ist dort vorhanden. Der Engel lässt die beiden sprachlos zurück und erst nach einer ganzen Weile finden sie ihre Worte wieder. Da stößt der Mann seiner Frau etwas ärgerlich in die Seite und sagt: "Du immer mit deiner ängstlichen Sorge um die Gesundheit und den Knoblauchpillen. Wir hätten doch schon längst hier sein können!"
Liebe Hörerinnen und Hörer, wir haben gut lachen. Heute ist Himmelfahrt. Christen feiern an diesem Tag, dass Jesus Christus für sie den Himmel erschlossen hat. Der Himmel, das ewige Leben bei Gott, ist uns nicht mehr verschlossen. Vielmehr ist der Himmel so etwas wie ein Heimathafen, in den wir nach unserer irdischen Lebensfahrt einlaufen. Das Leben geht weiter. Deshalb haben auch unsere ängstlichen Sorgen ihre tiefste Ursache verloren: den Tod. Sorgen: Jesus hat dieses Thema einmal ausführlich in der Bergpredigt angesprochen.
Sprecherin: "Darum sage ich euch: Sorgt nicht um euer Leben, was ihr essen und trinken werdet; auch nicht um euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung? Seht die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr als sie? Wer ist unter euch, der seines Lebens Länge eine Spanne zusetzen könnte, wie sehr er sich auch darum sorgt?"
Harry hat sich über diese Worte von Jesus ziemlich aufgeregt. "Das ist doch blanker Hohn, was hier steht!", schimpfte er: "Sorget nicht: Das erzähl doch mal einem, der gerade arbeitslos geworden ist." Harry, um die 65, hatte selbst 15 Jahren zuvor seine Arbeit verloren. Und noch immer ließ ihn dieser Schock nicht los. "Ich hatte eine Frau und zwei Kinder zu versorgen", erzählte er, und von seinem Stolz, dass er als Mann für seine Familie sorgen konnte: "Und damit war auf einmal Schluss!"
"Sorget nicht!" - Es gibt doch so viele, die den Kopf randvoll mit Sorgen haben. Manche haben Sorgen, weil sie unter großer Einsamkeit leiden. Andere sorgen sich, weil ihr Ehepartner seit Jahren krank ist. Jeder Mensch hat Sorgen - egal wie alt oder wie jung er ist. Es ist geradezu ein Kennzeichen unseres Lebens, dass wir uns Sorgen machen. "Sorgt nicht um euer Leben!" Was soll das? Ich verstehe diese Worte nicht als einen Befehl, sondern als eine Empfehlung: Wir dürfen unser ängstliches Sorgen Gott anbefehlen. Jesus durchbricht also den Teufelskreislauf, in dem die Sorge von der Angst angetrieben wird. Hier reiht sich oftmals Sorge an Sorge wie in einer endlosen Kette. Jesus lädt uns dazu ein, aus dieser Sklaverei der Sorge auszusteigen. Wir sollen uns unter die Herrschaft Gottes stellen und aufatmen. Die Fortsetzung der Einladung "Sorget nicht!" lautet also: "Glaubt an Gott. Vertraut ihm eure Sorgen an!"
Liebe Hörerinnen und Hörer, heute ist Himmelfahrt. Jesus hat dafür gesorgt, dass uns der Himmel offen steht. Gott sorgt schon hier und heute für uns, und er hilft uns dabei, dass uns unsere Ängste und Sorgen nicht blockieren, sondern, dass wir in ruhiger und überlegter Weise Vorsorge treffen können.
Einen sorgenfreien Himmelfahrts-Tag wünscht Ihnen Pfarrer Reinhard Ellsel aus Lübbecke.
Sorget nicht! (Matthäus 6,25-27)
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