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Entweder - oder (Matthäus 6,21-24)
Liebe Hörerinnen und Hörer! Heute beginnt in Dresden der 33. Deutsche Evangelische Kirchentag. Um die 100.000 Dauergäste werden in der Elbestadt erwartet.
Es wird ein riesiges Fest des Glaubens. Die diesjährige Kirchentagslosung lautet: "... da wird auch dein Herz sein." Sehen wir uns den biblischen Zusammenhang etwas genauer an, aus dem diese Worte stammen. In der Bergpredigt sagt Jesus:
Sprecherin: "Wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz. Niemand kann zwei Herren dienen; entweder er wird den einen hassen und den andern lieben, oder er wird an dem einen hängen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon."
Jesus spricht uns ausgerechnet da an, wo bei vielen die Freundschaft aufhört: Beim Geld. Er konfrontiert uns mit einem unangenehmen "Entweder - oder". Jesus spricht uns ins Gewissen und fragt: "Wo hast du dein Herz? Geht es dir um Gott oder geht es dir um dein Geld?"
Martin Luther hat einmal gesagt: "Woran du dein Herz hängst, das ist dein Gott." Und tatsächlich ist der "Mammon", das Geld und der Besitz, wie eine Gegenmacht zu Gott. Der Mammon wird manchmal angebetet wie ein Gott. Viele Menschen opfern dem Mammon den besten Teil ihrer Kraft, ihrer Zeit und Phantasie. Früher waren bei uns die Kirchen die größten Gebäude in einer Stadt. Heute sind es die Banken und Versicherungen.
"Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon", stellt Jesus uns vor eine klare Entscheidung. Gott wird nicht das Tüpfelchen auf den "I`s" spielen, die wir selber setzen. Der christliche Glaube ist nicht die Schlagsahne auf unserem "Mammon-Kuchen".
Ich muss zugeben: diese Entschiedenheit, die Jesus hier von uns verlangt, finde ich ziemlich hart. Aus kommunikationspsychologischer Sicht ist es jedenfalls nicht besonders klug, sein Gegenüber vor solch ein klares "Entweder - oder" zu stellen. Warum macht Jesus es uns hier so schwer? Warum will er in Fragen des Geldes, des Besitzes von uns eine so klare Entscheidung und kein kompromisslerisches "Sowohl, als auch"?
Jesus kennt unsere Herzen und Gedanken. Er weiß, dass wir sozusagen auf Schatzsuche sind. Wir sind auf der Suche nach einem tragfähigen Halt für unser Leben. Jesus sieht nun aber auch die Gefahren, die unser Geld und Besitz mit sich bringen. Diese können solch eine Eigendynamik gewinnen, dass wir überhaupt nicht mehr dazu kommen, unsere "Schätze" auch tatsächlich mit anderen zu teilen. Jesus sieht: Wir bewegen uns mit unserer Schatzsuche sozusagen auf einer schiefen Ebene, deren Gefälle immer steiler wird und uns von Gott und unseren Mitmenschen wegführt. Geld und Besitz sollen nach Gottes Willen nichts anderes als Mittel zu dem Zweck sein. Wir sollen unser Auskommen haben und anderen helfen können. Doch für viele ist das Geld schon längst zu einem Selbstzweck geworden. Die Güter, die Gott uns anvertraut hat, sind schon selbst zu einem Gott geworden, dem Gott "Mammon".
Ich kenne erschreckend viele Menschen, die in ihrer Sorge um ihren Besitz gefangen sind. Ihnen widme ich mein Gedicht "Der Reiche" als Mahnung:
Der Reiche ist oftmals nur ein armer Mensch mit sehr viel Geld.
Sich selber gönnt er wenig, dem anderen noch viel weniger.
Lebensfreude, vom Munde abgespart für irgendwann einmal.
Er schwimmt solange im Geld, bis er eines Tages im Mammon ertrinkt.
Gute eigene Gedanken zum Thema Gott und Geld wünscht Ihnen Pfarrer Reinhard Ellsel aus Lübbecke.
Entweder - oder (Matthäus 6,21-24)
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