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Brenne, mein Herz (Lukas 24,13-35)
Liebe Hörerinnen und Hörer, am Mittwoch beginnt in Dresden der 33. Deutsche Evangelische Kirchentag. Das Motto lautet: "... da wird auch dein Herz sein."
Ums Herz also geht es in diesen Tagen. Und auch in den Andachten in dieser Woche. Aber fangen wir ganz von vorne an. Bei den Herzen der Jünger von Jesus.
In deren Herzen war totales Chaos. Zwei von ihnen wollten nur noch weg. Raus aus Jerusalem. Und so machten sie sich auf den Weg nach Emmaus. Die beiden waren Jünger von Jesus. "Waren gewesen", musste man jetzt wohl sagen. Irgendwie konnten sie das in ihren Herzen nicht begreifen. Jesus war gestorben. Hingerichtet. Draußen vor den Toren von Jerusalem, einfach ans Kreuz genagelt, wie ein Stück Abfall. Und Jesus war doch ihre Hoffnung. Die Hoffnung auf ein Leben mit Sinn und Freude. Ein Leben unter Gottes Herrschaft. Es war für sie eine Herzenssache, dass sie mit Jesus gegangen waren. Ihre Herzen waren Feuer und Flamme für seine Worte; für seine Art, wie er mit Menschen umging. Für seine Taten, Wunder, mit denen er Kranke gesund machte. Aber jetzt war Jesus tot. Wie tot waren auch ihre Herzen. Dann kam am Morgen die Nachricht von einigen Frauen aus dem Jüngerkreis: das Felsengrab sei leer. Jesus war weg! Wer weiß wo? Gestohlen? Wer macht denn so etwas? Allerdings: Engel seien dort gewesen. Die hätten gesagt: Jesus lebt! Aber wer glaubt schon so was. Der Fußmarsch raus aus dem Hexenkessel Jerusalem tat ihnen gut.
Da gesellte sich ein Fremder zu ihnen. Dem mussten sie erst einmal haarklein erzählen, was da in den vergangenen Stunden geschehen war. Nach einiger Zeit meinte der Fremde: "Ihr seid aber auch wirklich festgefahren in euren Herzen. Das steht doch schon alles in den Heiligen Schriften, dass dies mit Jesus geschehen musste. Darauf haben schon die Propheten hingewiesen! Und heute ist Jesus von den Toten auferstanden!" "Wer`s glaubt, wird selig ...", mögen die beiden da wohl gedacht haben. Aber ihnen tat das Gespräch gut. Irgendwie spürten sie im Innersten, dass ihre begrabenen Hoffnungen wieder lebendig wurden.
Inzwischen waren sie in Emmaus angekommen. Und da sagten sie zu dem Fremden: "Bleibe doch bei uns! Es wird ja schon dunkel." Und der ließ sich tatsächlich überreden. Sie deckten den Abendbrottisch und da geschah es: Der Fremde nahm das Brot, dankte Gott dafür, teilte es in Stücke und gab es ihnen - so wie Jesus. Da erkannten sie ihn: "Mensch, das ist ja Jesus!" - "Jesus lebt!" Und plötzlich war er verschwunden, vor ihren Augen. "Mensch, das war ja Jesus!" - "Jesus lebt!" Die ganze Zeit war er mit ihnen gegangen unterwegs - und sie hatten ihn nicht erkannt. Und nun war er wieder weg. Da ordneten sich ihre zerschlagenen Hoffnungsstückchen wie Mosaiksteinchen zu einem Bild: Das alles war Gottes Plan. Jesus lebt. Er ist von den Toten auferstanden. "Haben wir das nicht schon im Innersten gespürt, als wir mit ihm unterwegs waren? Brannte nicht unser Herz in uns, als er uns die Heilgen Schriften erklärte?"
Brenne, mein Herz!
Erkalte nicht, mein Herz! Jesus lebt! Er ist von den Toten auferstanden.
Prüfe es, mein Herz! Lies nach in den Heiligen Schriften, die von ihm zeugen.
Breche auf, mein Herz, und öffne dich für sein Wirken.
Erfahre es, mein Herz, und erkenne: Er ist mit dir unterwegs.
Und brenne, mein Herz, brenne! Das Licht der Welt scheine durch dich!
Eine gesegnete Woche wünscht Ihnen Pfarrer Reinhard Ellsel aus Lübbecke.
Brenne, mein Herz (Lukas 24,13-35)
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