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Die beste Zeit im Jahr ist mein (eg 319)
Autor: Wie schön, wenn es Frühling wird. Wenn ein erstes Schneeglöckchen aus der Erde lugt, wenn die Zweige zu knospen beginnen und auf einmal alles aufblüht.
Wenn es mich nach draußen zieht, weil die Sonne schon wieder auf der Haut brennt. Das Leben erwacht. Die Vögel zwitschern. Es riecht nach Frühling. Dann ist die Schöpfung ganz nah.
Musik 3 / 1. Strophe:: Die beste Zeit im Jahr ist mein, / da singen alle Vögelein, / Himmel und Erden ist der voll, / viel gut Gesang der lautet wohl.
Autor: Die beste Zeit im Jahr ist mein. Ein wunderschönes Lied aus dem Evangelischen Gesangbuch. Es hat eine ganz leichte Melodie eine Volksliedmelodie - und einen Text von Martin Luther. Es ist ein Lob an die Musik. Und die Musik stellt sich in der ersten Strophe persönlich vor als Frau Musika:
Sprecherin: (1. Strophe): Frau Musik spricht: Die beste Zeit im Jahr ist mein, da singen alle Vögelein, Himmel und Erden sind der voll, viel gut Gesang der lautet wohl.
Autor: Die beste Zeit im Jahr! Man hat immer wieder überlegt: Ist hier vom Wonnemonat Mai die Rede? Die beste Zeit im Jahr ist doch der Mai. Im Frühling singen die Vögel am meisten, am schönsten. Himmel und Erden sind der voll... Die singenden Vögel stehen in diesem Lied als Beispiel für das wohl-klingende, ursprüngliche Leben. Martin Luther hat dieses Motiv aus der Bergpredigt Jesu:
Sprecherin: Seht die Vögel unter dem Himmel an: Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. (Matthäus 6,26)
Autor: In diesem Gleichniswort Jesu stehen die Vögel für ein ganz ursprüngliches Gottvertrauen. Macht es doch wie die Vögelein. Singt. Seid fröhlich und lasst die Sorge. Lernt glauben. Sagt Luther dann auch in einer seiner Predigten. Im Frühling ist das am schönsten zu erspüren. Aber es geht in diesem Lied nicht nur um den Mai. Die beste Zeit im Jahr ist mein heißt: Wenn Musik erklingt, wenn wir singen, dann ist genau das die beste Zeit im Jahr. Egal, ob Frühling, Sommer, Herbst oder Winter. Die Musik erfüllt die Zeit und lässt sie zur besten Zeit werden.
Die Zeit des Singens erklingt in unserem Lied als eine friedlich sorglose, erfüllte Zeit. Die Musik bewirkt etwas bei uns Menschen. Sie hat Kraft. Und gibt Kraft. Sie heilt. Inspiriert. Frau Musika stellt dabei weniger das Musizieren in die Mitte als vielmehr den Gesang. So wie den der singenden lieben Nachtigall:
Musik 1 / 2. Strophe: Voran die liebe Nachtigall, / macht alles fröhlich überall, / mit ihrem lieblichen Gesang, / des muss sie haben immer Dank.
Autor: Die Nachtigall beeindruckt - trotz eines unscheinbaren Äußeren - durch ihren wunderschönen Gesang. Daher leitet sich auch ihr Name ab: Die Silbe gal bedeutet auf althochdeutsch Gesang. Nachtigall ist also eine Nacht-Sängerin. Und als solche ist sie nicht nur eine Botin des Frühlings, sondern auch ein Sinnbild der Liebe. Martin Luther war die einmalige Bedeutung dieses Vogels noch gut bekannt, denn er betont:
Sprecherin: Die Nachtigall ist eine besondere Meisterin und Predigerin. Sie tut uns gut. Macht alles fröhlich überall. Das macht dankbar. Auch für die schöne Musik.
Musik 1 / 2. + 3. Strophe Voran die liebe Nachtigall, / macht alles fröhlich überall, / mit ihrem lieblichen Gesang, / des muss sie haben immer Dank. Vielmehr der liebe Herre Gott, / der sie also geschaffen hat, / zu sein die rechte Sängerin, / der Musika ein Meisterin.
Autor: Gott hat die Musik geschaffen. Und durch den Gesang der Nachtigall wird Gott gelobt. Das Singen zeigt, wofür nicht nur die Nachtigall, sondern wir alle geschaffen sind: unseren Schöpfer zu loben, der alles so wunderbar gemacht hat. Zum Musikmachen, zum Singen sind wir Menschen geboren. Indem Musik erklingt, erklingt dem Schöpfer ein Lob.
Musik 1 / 4. Strophe: Dem singt und springt sie Tag und Nacht, / seins Lobes sie nichts müde macht: / den ehrt und lobt auch mein Gesang / und sagt ihm einen ewgen Dank.
Autor: Zum Musikmachen, zum Singen sind wir geboren. Das Singen, die Klänge, die Töne gehen weit über uns hinaus bis in den Ur-Klang des Tons, der die Welt zum Schwingen bringt. Der allgegenwärtig ist in allen Dingen und Lebewesen. Wir können einstimmen in den Gesang, der außer und über den Menschen ist: in das Lob von allem, was lebt auch in das Lob der Engel. In das Lob der unerfindlichen Schönheit der Musik.
Sprecherin: Die Musik verkündigt das Evangelium. Martin Luther.
Musik 2 / 4. Strophe: Dem singt und springt sie Tag und Nacht, / seins Lobes sie nichts müde macht: / den ehrt und lobt auch mein Gesang / und sagt ihm einen ewgen Dank.
Autor: Luthers Hommage an die Musik ist mehrfach vertont worden. Seit seiner Entstehung hat der Text ganz verschiedene Komponisten zum Schreiben angeregt. Dabei war er ursprünglich noch nicht einmal für ein Lied bestimmt. Dieser Text, den Luther 1538 also 8 Jahre vor seinem Tod geschrieben hat, war ursprünglich viel länger. Und er war als die Vorrede auf alle guten Gesangbücher verfasst - so heißt es in den verschiedenen Gesangbüchern, in denen es abgedruckt ist. 4 Strophen davon wurden später zu einem Lied.
Martin Luther geht dem Wesen und Ziel des geistlichen Singens nach und sagt:
Sprecherin: Die edle Musika ist nach Gottes Wort der höchste Schatz auf Erden. Sie regiert alle Gedanken, Sinn, Herz und Mut. Willst du einen Betrübten fröhlich machen, einen frechen, wilden Menschen zähmen, dass er gelinde werde, einem Zaghaftigen Mut machen, einen Hoffärtigen demütigen was kann besser dazu dienen denn diese hohe, teure, werte und edle Kunst?
Musik 2 / 1. + 2. Strophe: Die beste Zeit im Jahr ist mein, / da singen alle Vögelein, / Himmel und Erden ist der voll, / viel gut Gesang, der lautet wohl. Voran die liebe Nachtigall / macht alles fröhlich überall / mit ihrem lieblichen Gesang, / des muß sie haben immer Dank.
Autor: Ja, die beste Zeit im Jahr ist mein. Mir geht das auch so, liebe Hörerinnen und Hörer. Wenn ich Musik mache, wenn ich singe, dann lebe ich richtig auf. Dann erlebe ich am eigenen Leib: Musik hat Kraft. Und gibt Kraft. Sie inspiriert und sie heilt. Versuchen Sie es doch auch einmal: Summen, pfeifen, singen Sie heute einfach mal vor sich hin. Ich bin sicher: Es wird Ihnen gut tun.
Musik 3 1. 4. Strophe: Die beste Zeit im Jahr ist mein, / da singen alle Vögelein, / Himmel und Erden ist der voll, / viel gut Gesang, der lautet wohl. Voran die liebe Nachtigall / macht alles fröhlich überall / mit ihrem lieblichen Gesang, / des muß sie haben immer Dank. Vielmehr der liebe Herre Gott, / der sie also geschaffen hat, / zu sein die rechte Sängerin, / der Musika ein Meisterin. Dem singt und springt sie Tag und Nacht, / seins Lobes sie nichts müde macht: / den ehrt und lobt auch mein Gesang / und sagt ihm ewiglichen Dank.
Musikinformationen: 1. Musik: Strophen: eg 319.1-4 CD-Name: Loben den Herren Die schönsten Loblieder und choräle Titel: Die beste Zeit im Jahr ist mein Verlag: Hänssler LC-Nr.: 07224 Chor: Solistenensemble Leitung: Gerhard Schnitter
2. Musik: Komponist: Vulpius, Melchior Ensemble: Stellar Consort Strophen: eg 319.1-4 Verlag: Peters
3. Musik: private Musik vom Autor aus der CD Ich singe dir mit Herz und Mund Solostimme, gemischter Chor mit Volksliedhafter Begleitung (Flöte, Gitarren, Percussion) Bearbeiter: Fritz Baltruweit Ensemble: Studiogruppe Baltruweit Strophen: eg 319.1-4 LC-Nr. 05648 Verlag: tvd-Verlag Düsseldorf
Die beste Zeit im Jahr ist mein (eg 319)
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