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Woran Promis glauben: Ministerpräsidentin Hannelore Kraft
O-Ton: Ich hab keine Angst vor dem Tod. Ich möchte mich bemühen, bis dahin ein erfülltes Leben zu leben.
Und ich glaube, dass wir gut daran tun, eine saubere Bilanz abzuliefern am Ende unseres Lebens.
Autorin: sagt Hannelore Kraft Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein Westfalen. Die gebürtige Duisburgerin ist streng katholisch erzogen worden, war als Kind jeden Sonntag in der Messe und liebte die biblischen Geschichten. Als junge Frau aber kam es für sie zum Bruch mit der Kirche. Über Einzelheiten will sie nicht reden - sie trat aus.
O-Ton: Ich hab mich ja immer als Christin gefühlt und insofern hat mir da schon was gefehlt, bis ich dann über Politik eigentlich noch mal gesehen habe, was Kirchen alles Gutes in der Gesellschaft tun und dann war mir klar, ich will da auch mitwirken.
Autorin: Sie trat wieder ein allerdings in die evangelische Kirche. Hannelore Kraft lebt ihren Glauben. Mit Worten und Taten. Oft im Verborgenen. Am liebsten ohne Presse. So im Sommer 2010 als es bei der loveparade in Duisburg zu einer Massenpanik kam und 21 Menschen starben. Entgegen dem Rat ihrer Mitarbeiter, griff sie kurzerhand zum Hörer und rief bei den Familien der Opfer an.
O-Ton: Ehrlich gesagt: Als ich das erste Mal den Telefonhörer angehoben habe, war ich natürlich auch sehr unruhig und hab gesagt: Na ja, was willst Du jetzt eigentlich sagen, aber die Gespräche waren dann wirklich bewegend und zwar auch für mich.
Autorin: Was sie dazu bewogen hat, war der frühe Tod ihres eigenen Vaters. An die Sprachlosigkeit der Menschen um sie herum an die Einsamkeit daran kann sie sich noch gut erinnern:
O-Ton: Dass viele Menschen Schwierigkeiten haben mit denen umzugehen, die Opfer sind oder die jemanden verloren haben. Und mir war es wichtig, dass wir uns als Staat so nicht verhalten, sondern dass wir da sind und versuchen Gespräche zu führen.
Autorin: Auch in ihrer Ansprache bei dem Gedenkgottesdienst an die Opfer der loveparade bewies sie große seelsorgerliche Qualitäten. Und wie sieht es in ihrem Alltag aus mit der Seelsorge?
O-Ton: Das ist schon etwas das mich belastet. Man hat für solche Dinge viel zu wenig Zeit. Ich bemühe mich aber redlich und hoffe, dass Gott mir dann auch irgendwann dafür sagt: O-K Es ging.
Autorin: Worauf sie aber stolz ist, sind ihre Tatkrafttage einmal im Monat geht Hannelore Kraft arbeiten wie sie es nennt. Bei der Polizei, in der KiTa, bei der Edeldrahtzieherei, im Pflegeheim oder auch beim Hausarzt. Ohne Presserummel versteht sich.
O-Ton: Wo ich wirklich dann versuche so tatkräftig wie möglich mitzuarbeiten. Das ist kein Showprogramm. Und dann hat man eine ganz andere Gesprächsebene. Dann ist man nicht mehr die Ministerpräsidentin, sondern der Mensch, der sich für die Menschen interessiert und das gibt mir fantastische Einblicke und die verändern hoffentlich auch zum Guten meine Politik.
Autorin: Nach einem Tag in der KiTa auf dem Bauteppich oder in der Pflege von Schwerstkranken, denkt und redet man anders über den Pflegenotstand oder die Rente mit 67. Und was hat ihr in Krisen geholfen?
O-Ton: Da hat mich schon auch Glaube getragen. Immer wieder wenn ich es mit schwierigen Situationen zu tun hatte, war mein Weg schon in eine Kirche.
Autorin: Hannelore Kraft kämpft hart für eine bessere Welt - als Politikerin und als Christin. Sie will, dass ihre Lebensbilanz positiv ausfällt. Und sie glaubt, dass ihr dabei jemand hilft: ihr Vater, den sie so jung verloren hat:
O-Ton: Manchmal hab ich schon so das Gefühl, dass er irgendwo ist und mir ab und zu mal auch ein paar Puzzlesteine zurecht legt von meinem Leben.
Autorin: Im Leben seine Bestimmung zu finden egal ob als Ministerpräsidentin oder grüne Dame nicht sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen, sondern den Nächsten so lautet das Credo von Hannelore Kraft- einer prominenten Protestantin.
Woran Promis glauben: Ministerpräsidentin Hannelore Kraft
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