Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

06.05.11, Mark Christian Pollmeier

alles erlaubt?

Das Internet hat ja viele gute Seiten. Ich kann Zugtickets buchen, schnell mal was nachgucken, meinen Bank-Kram erledigen und mit Freunden in Kontakt bleiben.

Man kann im Netz aber auch betrügen, Leute abzocken – oder einfach Unfrieden stiften. Da gibt es zum Beispiel eine Seite namens isharegossip. Deren einziger Sinn ist es, dass man dort hemmungslos ablästern kann, über alles und jeden. Und weil das Ganze schön anonym ist, muss man auch kein Blatt vor den Mund nehmen. Klar, dass dabei auch mal Grenzen überschritten werden. In Berlin wurde neulich ein 17-jähriger bewusstlos geprügelt. Der Grund für die Schlägerei war eine Mobbing-Kampagne auf isharegossip.

Die Betreiber der Seite tun so, als ginge sie das alles nichts an. Sie könnten schließlich nix dafür, wenn die Nutzer sich daneben benehmen und ihr Angebot missbrauchen. Tatsächlich kann man die Läster-Seite nicht einfach abschalten, denn juristisch ist die Sache wasserdicht.

Mich erinnert die Geschichte an einen Satz des Apostels Paulus: „Alles ist mir erlaubt, aber nicht alles dient zum Guten.“ Kann ja sein, dass isharegossip irgendwie legal ist. Und natürlich tragen eigentlich die Nutzer die Verantwortung für ihre Lästereien und die Hass-Kommentare.

Aber wozu geht so ein Angebot überhaupt online? Eine Seite, die nur dafür da ist, über andere herzuziehen und sie fertig zu machen? Hat das irgendeinen Sinn?

„Alles ist mir erlaubt, aber nicht alles dient zum Guten.“ Da ist wohl was dran.

Sprecher: Daniel Schneider

Audiobeitrag alles erlaubt?


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