Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

21.04.11, Stephan Kiepe-Fahrenholz

Gründonnerstag

Heute ist ein kirchlicher Feiertag. Das wissen viele nicht, weil nicht arbeitsfrei ist. Aber man merkt es spätestens heute Abend.

Dann werden nämlich in den Kirchen die Glocken läuten. Christinnen und Christen feiern am Abend vor Karfreitag den Gründonnerstag.

Der Name ist merkwürdig. Bei Grün denkt man ja erst mal nicht an Kirche und Glaube, sondern eher an Öko. Und das ist im Fall des Gründonnerstag auch gar nicht so verkehrt. Der Name kommt nämlich, so vermutet man wenigstens, aus der seit dem 14. Jahrhundert verbreiteten Sitte, am Tag vor Karfreitag nur Grünzeug zu essen: Kohl, Salat, grüne Kräuter.

Ums Essen geht es beim Abend vor Karfreitag auch in der Bibel. Dort wird erzählt, was Jesus am Tag vor seiner Verhaftung und Hinrichtung tat. Er hat sich nämlich nicht in einer einsamen Bude vergraben, hat auch nicht sein Testament geschrieben und nicht mal irgendwelche Vorkehrungen für den schlimmsten Fall getroffen. Stattdessen hat er seine Freunde zum Essen eingeladen. Und daran wird auch heute Abend in den christlichen Gottesdiensten erinnert.

Zusammen essen heißt ja immer auch: zusammengehören. Das ist wichtig. Und deshalb sind Gründonnerstag und Karfreitag, der Glaube daran, dass einer gestorben ist, um aufzuerstehen, für Christinnen und Christen kein Trauerspiel. Sondern sie glauben, dass Gott selbst damit Versöhnung, Frieden und Gemeinschaft unter den Menschen stiftet.

Sprecherin: Alexa Christ

Audiobeitrag Gründonnerstag


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