| |
"Wo es sich gut leben lässt"
Ein Land, wo Milch und Honig fließt Das kann das Schlaraffenland sein. Oder auch nur einfach ein Ort, wo es sich gut leben lässt.
Das Land in dem wir hier leben, ist kein Schlaraffenland. Doch bei uns lässt es sich recht gut leben. Und Milch und Honig kann man hier in jedem Supermarkt bekommen. Noch. Noch lässt es sich hier gut leben. Die schrecklichen Naturkatastrophen in Haiti und in Japan. Die strahlenden Atomanlagen dort. Sie lassen uns ahnen, dass wir nicht sicher sein können, dass wir auch noch in Zukunft gut leben können. Nicht nur in der Nähe der japanischen Atomanlagen, wo über lange, lange Zeit keiner mehr wird wohnen können. Sondern vielleicht bald auch bei uns. Die Ereignisse in Japan haben uns gelehrt, dass wir riesige Anstrengungen unternehmen müssen, damit auch in Zukunft die Erde ein Ort bleibt, auf dem es sich gut leben lässt. Und auf dem es noch Milch und Honig gibt.
Was zu tun ist, das erfahren wir jeden Tag in der Zeitung. Umsteigen auf andere, erneuerbare Energien. Weniger Strom und Sprit verbrauchen. Verantwortlicher mit Lebensmitteln umgehen. Und so weiter. Und so weiter. Die Liste ist lang, die uns Experten und Wissenschaftler zusammenstellen, welche Heraus¬forderungen wir in Zukunft zu stemmen haben. Und was uns das alles kostet.
Wie sollen wir das schaffen? Wie können wir uns selbst und unseren Kindern eine Zukunft ermöglichen, in der es noch unverseuchte Weiden gibt. Blumenwiesen, auf denen gesunde Bienen Nektar aus den Blüten saugen?
Ein Land, wo Milch und Honig fließt diese Redewendung erinnert an eine alte Geschichte der Bibel. Das Volk Israel suchte damals auch nach einem Ort, wo es gut leben konnte. Nach einer langen Reise kam es in die Gegend, wo schon einmal die Vorfahren gewesen waren. Mose, so hieß der für das Volk verantwortliche Mann, schickte erfahrende Leute in diese Gegend. Die sollten sich das Land anschauen. Als sie zurückkehren, berichten sie, dass sich die Verhältnisse seit den alten Zeiten stark verändert haben. Es gibt Bedrohungen im Land. Und während sie berichten, werden die Herausforderungen, mit denen sie zu rechnen haben, immer gigantischer. Das Land wird zum Ungetüm. Dabei haben die Experten auch andere Fakten mitgebracht. Große Früchte. Riesige Weintrauben und Granatäpfel. Diese Früchte verheißen ein gutes und fruchtbares Land. Aber die verheißungsvollen Fakten verschwinden hinter dem bedrohlichen Szenario, das die Experten aus ihren Erkundungen zusammenstellen.
Das Volk droht, zu resignieren. Doch Mose, der die Verantwortung für seine Leute trägt, macht ihnen Mut. Lasst euch nicht herunterziehen von den Herausforderungen. Es gibt auch Verheißungsvolles. Mit Gottes Hilfe können wird das schaffen.
Auch wir stehen heute an einer Grenze. Seit den Ereignissen in Japan können wir nicht so weiter machen. Großer Einsatz ist nötig. Nicht nur für die Menschen in Japan, damit sie wieder in ihrem Land leben können. Auch bei uns. Da ist es auch heute wichtig, dass wir uns nicht erdrücken lassen von den großen Herausforderungen, die uns hinter dieser Grenze erwarten. Es lohnt sich, dafür zu kämpfen, dass unsere Erde ein Ort bleibt, wo es sich gut leben lässt. Jeder Weinberg und jede blühende Wiese sind verheißungsvolle Fakten, die uns herausfordern, mutig die Zukunft zu gestalten. Ein Schlaraffenland wird sie wohl nicht sein. Doch vielleicht ein Ort, an dem auch in Zukunft noch Milch und Honig fließt.
"Wo es sich gut leben lässt"
|