|
Tierische Mitarbeit
Autorin: Was haben die Riesenhamsterratte aus Gambia, der Springerspaniel aus Schweden und die Blutegel aus Biebertal gemeinsam? Sie alle sind tierische Mitarbeiter.
Sie helfen mit, Krankheiten vorzubeugen und zu heilen oder Gefahren aufzuspüren und abzuwenden. Die Riesenhamsteratten spüren gefährliche Landminen auf. Blutegel beseitigen Blutergüsse. Und Springerspaniel? Diplom-Ingenieur Klaus-Peter Böge arbeitet mit einem zusammen. Der heißt Oskar, ist in Schweden ausgebildet und versteht sich auf Schimmel:
O-Ton: Dieser Schimmelspürhund macht eigentlich was ähnliches wie ein Bombenhund, wie ein Haschhund, wie ein Zollhund, wie auch immer, der wird auf bestimmte Gerüche, in diesem Fall auf die Stoffwechselprodukte von ca. zehn, zwanzig verschiedenen Pilzen und Bakterien, die wir in den Innenräumen immer wieder finden, auf die ist er trainiert.
Autorin: Klaus-Peter Böge hat in seiner mobilen Wohngift- und Schimmelambulanz viele technische Geräte, um Wohngifte oder Schimmel aufzuspüren und die Belastungen zu messen. Wenn es aber um unsichtbare Gifte wie zum Beispiel versteckten Schimmelbefall geht, kommt Oskar zum Einsatz. Und der ist mehr als ein Gerät für den Ingenieur:
O-Ton:
weil man da einen Mitarbeiter hat, der unheimlich - wenn Sie das Wort entschuldigen -, arbeitsgeil ist, der arbeiten will, der unheimliche Aktivität an den Tag legt, wenn er arbeiten darf
. Und er ist eben wie kaum eine Maschine oder ein Mensch
hundert Prozent zielsicher, er irrt sich praktisch nie.
Autorin: Die Talente der Tiere zu nutzen, das haben schon die Menschen zu biblischer Zeit verstanden. So wie der Seher Bileam. Seine Eselin war ihm jahrelang ein treues Reit- und Lastentier. Eines Tages geht sie mitten auf dem Weg in die Knie. Sie erkennt nämlich einen Boten Gottes, der sich Bileam in den Weg stellt, um ihn von einer gefährlichen Reise abzuhalten. Es dauert, bis Bileam selbst die Augen aufgehen, was für ein seherisches Talent seine kluge Eselin hat. Und manchmal haben die Talente der Tiere sogar auch einen wirtschaftlichen Nutzen. Klaus-Peter Böge:
O-Ton: Wir müssten, wenn wir den Hund nicht hätten, beispielsweise in einem Boden erstmal zehn Löcher machen, also alles zerstören oder wertvolle Bausubstanz zerstören um in die Decke, in die Wand, in den Fußboden hineinzukommen.
Autorin: Oskar markiert mit den Vorderpfoten zielsicher die Stellen, die vom Schimmel befallen sind. Hund und Herrchen leisten so präventiven Gesundheitsschutz. Denn das ist das, was Klaus-Peter Böge antreibt: Menschen zu helfen, krankmachende Substanzen im Wohn- und Arbeitsumfeld aufzuspüren. Und damit langfristig chronischen Gesundheitsschäden vorzubeugen.
www.boege-ambulanz.de www.blutegel.de www. http://www.welt.de/wissenschaft/article10828580/Ratten-die-wahren-Meister-unter-den-Minensuchern.html
Tierische Mitarbeit
|