Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

07.04.11, Daniel Schneider

Helden aus der zweiten Reihe - Petrus

Er gehört zu den berühmtesten Lügnern der Welt. Simon Petrus. Jesus Fan und Nachfolger Nummer 1 - stand gern in der zweiten Reihe, hinter Jesus, aber da ganz vorne.

Zwischen ihm und Jesus ließ er nichts kommen. Ich bleibe immer bei dir, tönt er noch kurz vor der Kreuzigung von Jesus. Kurz nach der Festnahme, im entscheidenden Moment leugnet er dann doch, Jesus zu kennen. Immerhin, er ist einer der wenigen, der in Reichweite von Jesus geblieben ist. Trotzdem; nach dem dreimaligen: Ich kenne diesen Mann nicht! ist Petrus raus. Trotz der ganzen Zeit vorher, die er treu an Jesu Seite gestanden hat. Alles für die Katz!? Wegen einer kurzen Zeit der Furcht? Der Feigheit? Der verständlichen Angst?

Ich glaube, genau in diesem Moment, in dem Petrus bewusst wird: Alter, da hast du gerade wunderbar versagt, beginnt seine persönliche Passionszeit. Die Leidenszeit des Petrus. Klar, er ist in Sicherheit, aber nach allem was man von Petrus so weiß, hat ihn das nicht sonderlich zufrieden gestellt. Er wird sich maßlos über sich selbst geärgert haben, er wird getobt, geweint, getrauert haben. Er wird sich verflucht haben.

Im Gegensatz zu Jesus. Der hat ihn, nach seiner Auferstehung, einfach nur gefragt: Petrus, hast du mich lieb? Dreimal hat er das gefragt und ihn sogar  beauftragt nach seinem Weggang die Gemeinde zu übernehmen.

Jesus bestraft Petrus nicht. Er sagt auch nicht: Sieh mal hier, dass hast du jetzt davon! Nicht Strafe hilft Petrus aus dem Selbsthass, sondern Liebe, Vergebung und `ne neue Chance.

Daniel Schneider

Audiobeitrag Helden aus der zweiten Reihe - Petrus


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