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Der Anfang vom Ende der Angst: Beim Namen gerufen zu sein
Welche Nummer haben Sie? Nein, nicht Telefonnummer. So, als Mensch? Als ich angefangen habe, zu studieren, bekam ich eine Matrikelnummer. Fortan war ich Nummer 42654.
Ein eigenartiges Gefühl. Ich habe doch einen Namen! Nummern entmenschlichen. Den Namen nicht mehr zu hören und statt dessen eine anonyme, kalte Nummer, das weckt dunkle Erinnerungen an die Konzentrationslager in aller Welt oder an die vielen Opfer der letzten Katastrophen, die zu bloßen Ziffern werden, tausend Tote, fünftausend, Zehntausend. Unzählbar, anonym
In diesem Moment merke ich: Es geht beim Namen doch um mehr als um eine Modeerscheinung, die ganzen Justins und Marlons und was gerade so in ist - es geht: um Sie und mich als ganzer Mensch.
Gott sagt: Hab keine Angst, (
) ich habe dich erlöst! Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du gehörst zu mir. (Jesaja 43,1)
Dieser Vers hat weit über 2000 Jahre auf dem Buckel und trotzdem trifft er mich immer wieder in den letzten 20 Jahren. Damals war das Volk Israel gemeint, heute ist jeder Mensch gemeint, der durch Jesus Christus gerufen wird. Doch was ist an diesem Vers so besonders?
Ich empfinde das Gerufensein als Schlüssel. Der Name entspricht im Altertum dem Herzen, dem Innersten, dem ganzen Menschen. Gott sagt also - menschlich gesprochen - nichts anderes als: Ich kenne dich in- und auswendig. Vom Mutterleib an. Du bist mir so vertraut, wie du dir selbst nicht vertraut sein kannst. Ich kenne deine Eigenarten, deine Gaben, Grenzen, deine Verletzungen. Vielleicht hast du nie an mich gedacht, ich aber an dich. Ich trage dein Foto in meinem göttlichen Portemonnaie und wenn jemand vorbei kommt, dann zeige ich es stolz vor.
Und doch scheint sich Trauer in die Stimme Gottes zu mischen denn der Ruf verhallt so oft. Wird überhört im Getümmel des Alltags. Andere Stimmen geben vor, uns auch zu kennen. Stimmen, die uns Bedeutung geben sollen. Eigentum, Karriere, Kinder, Partner, Aussehen, Stolz, Nationalität alles Mögliche gibt vor: Hey, ich rufe dich, ich gebe dir Bedeutung. Lebenssinn. Deswegen eifern Menschen Leitern, Führern, Diktatoren nach. Aber das ist oft genug Missbrauch
im tiefsten Inneren bleibt wie der Vers sagt Angst.
Weil nichts Geschaffenes, nichts, was auf einer Ebene mit uns steht, uns letzte Bedeutung geben kann. Bedeutung wird verliehen. Alles andere hat nur kurz die Kraft, uns zu tragen es verpufft irgendwann.
Nein, wir brauchen einen Schöpfer, der es ohne wenn und aber gut meint. Was angesichts der Weltereignisse manchmal schwer zu glauben ist. Und dennoch: Wenn er mich ruft und ich antworte, dann entsteht etwas von ewiger Bedeutung. Und das bleibt auch so. Gerade und trotz der weltweiten Krisen.
Ich wünsche Ihnen einen guten und gesegneten Tag. Ihr Pastor Christof Lenzen aus Eschweiler.
Der Anfang vom Ende der Angst: Beim Namen gerufen zu sein
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