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Rosenmontag
Alaaf und Hellau! Heute ist Rosenmontag. Ein heiliger Tag. Zumindest, wenn man weiß, woher dieser Tag stammt. Dafür muss man allerdings fast 200 Jahre zurückgehen.
Zu Napoleon und seinen Franzosen. Die hatten das ganze Rheinland besetzt, manch Gutes, aber auch viel Elend gebracht. Denn Napoleon Bonaparte enteignete die Kirchen und verbot was im Rheinland besonders tragisch war: das karnevalistische Treiben dieser Tage.
Doch wie das Leben spielt, war auch Napoleons Macht und Zeit begrenzt. Nach seiner endgültigen Niederlage, sein Waterloo, wurde die Welt anders geordnet. Auf dem Wiener Kongress 1815 zogen die Herrscher die Grenzen Europas neu. Und in Köln, ja da wurde der Karneval reformiert. Jeder tat eben das, was ihm wichtig war.
So gründeten die Jecken 1822 das so genannte Festordnende Comitee, das sich immer schon vier Wochen nach Karneval - am Sonntag Laetare - traf, um mit der Vorbereitung der nächsten Session zu beginnen. Und jetzt wird es spannend: Dieser besagte Sonntag wird seit dem 11. Jahrhundert auch Rosensonntag genannt, und zwar, weil sich der Papst just an diesem Tag eine goldene Rose reichen ließ, sie feierlich weihte und einer um Glauben, um Gott und Kirche verdienten Persönlichkeit überreichte.
An dem Montag nach diesem Sonntag nun tagten die Jecken und nannten sich ganz fromm Rosenmontagsgesellschaft. Und das Ziel und Höhepunkt ihrer Jahresarbeit war dann auch klar: der Rosenmontagszug. Der erste Zug dieses Namens zog am 10. Februar 1823 eben durch Cölle und dann zwei Jahre später auch durch Düsseldorf, und in Folge durch immer mehr Orte im Rheinland.
Also: Der Rosenmontag ist ein heiliger Tag. Nicht nur, weil er jeck ist. Nicht nur, weil er an die Befreiung von der französischen Besatzung erinnert. Sondern weil sein Name an eine wunderbare, geistliche Handlung erinnert: Ein Mensch bekommt aus Dankbarkeit eine Rose verliehen. Ein besonderer Mensch, eben weil er sich für den Glauben, die Kirche, die Liebe eingesetzt hat.
Leider sind aus dem Vatikan keine Listen überliefert, wer warum vom Papst mit einer Rose ausgezeichnet wurde. Da kann man nur mutmaßen. Sicherlich hat der Papst mit der Rose auch Politik gemacht sie Herrschern überreicht, die für seine Interessen und die des Vatikans von Bedeutung waren.
Martin Luther, dem Begründer der evangelischen Kirche, hätte er bestimmt keine Rose verliehen, aber Martin Luther hätte die Idee mit der Rose bestimmt gefallen. Denn die Rose war seine Lieblingsblume und sein Familienwappen. Der Reformator hätte aber nicht nur eine Rose verliehen, sondern ganz viele. Denn heilig, recht und würdig sind nach reformatorischer Einsicht nicht nur Einzelne, sondern grundsätzlich alle Menschen.
Eine schöne Einsicht. Und wer gleich beim Zug nicht nur Kamele und Bützchen bekommt, sondern auch Blumen, vielleicht sogar eine Rose, der weiß warum: aus Dankbarkeit für seine guten Taten im Namen Gottes. Denn heute ist Rosenmontag.
Rosenmontag
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