| |
Sina und Luise: Gott ist die Liebe?
Guten Morgen, liebe Hörerinnen, liebe Hörer! Im Gespräch mit Jugendlichen kommen wichtige Fragen auf den Tisch. An welchen Gott kann ich glauben?
Wie soll ich ihn mir vorstellen?
Für Luise und Sina, zwei 13 jährige Konfirmandinnen, ist die Sache klar: Gott ist die Liebe. So kann ich mir Gott vorstellen. Die Liebe erfüllt das Leben. Gott sagt mir: Hör nie auf zu lieben! Denn wenn man liebt, liebt man auch das Leben. Soweit Luise und Sina. Der Glaube, dass Gott Liebe ist, hört sich gut an. Aber so einfach ist das dann doch nicht. Alltägliche Erfahrungen, besonders in der Schule aber auch zuhause, können auch anders aussehen. Was zunächst so leicht und beschwingt klingt, ist eine echte Herausforderung.
Überall sind ja Mängel an Liebe erkennbar.Die von unseren Konfirmandinnen und Konfirmanden am häufigsten genannten Lieblosigkeiten des Alltags. sind Leistungsdruck, Konkurrenzgefühle und Mobbing. Wo finden wir da Gottes Nähe im Alltag? Aber schon die Frage enthält einen Teil der Antwort. Wer Gottes Liebe sucht, sieht sich auch im Alltag mit anderen Augen um und sucht, wo auch winzige Fragmente von Gottes Liebe als bewegende Kraft des Lebens erkennbar werden. Bei uns liegen Möglichkeiten Einfluss zu nehmen auf Strukturen, die das Leben lähmen.
Konfirmandinnen und Konfirmanden erzählen: Auf einigen Jugendlichen werde immer rumgehackt, da würden sie nicht mit machen. Wenn das gelingt, ist es schon der Anfang des Widerstands gegen Lieblosigkeit. Jeder sehnt sich doch danach, dass es mitten im Stress einen Ort gibt, wo wir verlässlich aufgehoben sind, wo wir uns weniger in Machtkämpfe verstricken lassen und eher auf Teamarbeit ausgerichtet werden.
An mir selbst sehe ich, das bleibt immer bruchstückhaft. Das Scheitern liegt überall sichtbar auf der Hand: Wenn ich dieses Scheitern genau betrachte, fällt es schwer sich wieder neu an Gottes Kraft in der Liebe zu orientieren. Unglaubliche Beispiele für Lieblosigkeit finden wir täglich in den Medien vorgeführt. Das Scheitern müssen wir anerkennen, um ihm entgegenzuwirken. Nur so können wir etwas anderes wirken lassen.
Glauben lernen heißt, wegzugehen von diesen hoffnungslosen Wegen, die man immer schon gegangen ist und die sich als falsch erwiesen haben. Die Wiederholungen der erlebten Lieblosigkeit brauchen eine Unterbrechung. Dafür brauchen wir Menschen, die der Lieblosigkeit Widerstand entgegensetzen.
Das ist kein Aufruf zu rosarotem Optimismus. Wir sehen: Es steht noch so viel aus, vieles gelingt nicht und wird täglich zerstört. Aber Gott bleibt, wer er war. Gott ist die Liebe. Auf diese Kraft richten wir uns aus mit unserem Leben.
Mit der Vorstellung von Sina und Luise gesprochen, die mit dem ersten Johannesbrief übereinstimmt: Gott ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm. Auch wenn wir damit immer wieder scheitern, der Glaube entwickelt langsam seine Kraft, von innen das Leben zu bewegen. Und einen Wandel im Leben in Bewegung zu bringen, der verändert. Das hilft uns, nicht aufzugeben, selbst den Wandel zu leben, den Gott uns vorzeichnet.
Sina und Luise: Gott ist die Liebe?
|