Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

09.02.11, Jost Klausmeier-Saß

Leben - unverdient

Fragt man Paul nach seinen Wünschen für die Zukunft, denkt Paul zunächst an Afrika:

O-Ton Paul: „Dass die Armut in gewissen Ländern nicht mehr so ist, wie heute. Dass da viel unterstützt werden sollte. So dass sie deren eigene Sachen aufbauen können. Und dann später auf eigenen Beinen stehen können.“

Sprecher: Paul hat Verwandte in Eritrea, einem armen Land in Nordostafrika. Seine Eltern sind von dort geflohen und Paul denkt oft darüber nach, wie anders sein Leben hier in Deutschland verläuft, verglichen mit dem Leid seiner Verwandten in Afrika

O-Ton Paul:  „Weil da sehr viele Menschen  sterben. Weil sie nichts zu essen haben. Weil sie nichts zu trinken haben oder weil sie Sachen trinken, die man nicht trinken kann.“

Sprecher: Am meisten macht Paul dieser gewaltige Unterschied im Lebensstandard zu schaffen. In Eritrea hungern die Verwandten und er hier in Deutschland hat sich an den Überfluss gewöhnt – zum Beispiel, wenn mal wieder mehr im Topf ist oder auf dem Teller liegt, als in den Magen passt:

O-Ton Paul: „Da denke ich mir:  “OK – kannste wegschmeißen”. Schon’ bisschen blöd! Dann frag ich mich einfach: hab ich das verdient, so zu leben? Haben die Anderen das nicht mehr verdient?’ “

Sprecher: In der Bibel gibt’s auf Pauls Frage eine Antwort. Die heißt: jeder Mensch ist in Gottes Augen kostbar. Unendlich wertvoll. Ob in Eritrea oder Deutschland. Ob reich oder arm. Jedes Leben ist ein Geschenk, das wir uns nicht selbst verdient haben. Und deshalb ist es wichtig Reichtum zu teilen. Abzugeben. Damit alle leben können. Damit alle eine Zukunft haben.

Sprecher: Daniel Schneider

Audiobeitrag Leben - unverdient


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