Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

08.02.11, Pastorin Beate Raguse

Mary und Max

Film: Mary und Max oder schrumpfen Schafe, wenn es regnet?

Autorin: „Mary und Max oder schrumpfen Schafe, wenn es regnet?“ ein Kinofilm, bei dem die Hauptfiguren aus Knete sind und deren Geschichte unter die Haut geht. Mary ist acht Jahre alt und lebt in Australien. Sie  ist  einsam. Bis sie eines Tages  eine x-beliebige  Adresse aus dem Yorker Telefonbuch auswählt und einen Brief an einen gewissen Max Horowitz schreibt.

O-Ton: Meine Lieblingsfarbe ist braun und mein Lieblingsessen gezuckerte Kondensmilch.  Meine Mutter mag rauchen, Kricket und Sherry. Und mein Vater spielt gerne in seinem Schuppen mit toten Vögeln.

Autorin: Max lebt mit einem einäugigen Kater und seinem Goldfisch zusammen.  Wie Mary hat er eine Vorliebe für Schokolade und für eine Zeichentrickserie, die Noblets.  Der 44 jährige Max mag die  Figuren,

O-Ton: weil sie in einem überschaubaren und geordneten Sozialgefüge leben und treu an ihrem Konformismus festhalten und auch weil sie haufenweise Freunde hatten.

Autorin:  Mary  liebt sie,

0-Ton: weil sie alle braun waren und in einer Teekanne lebten und haufenweise Freunde haben.

Autorin: Freunde zu haben, davon träumen  beide.  Doch Max fällt es schwer, mit Menschen in Kontakt zu treten. Alles Neue beunruhigt ihn. So muss  er  erst 18 Stunden aus dem Fenster sehen, bevor er Marys ersten Brief beantwortet.

O-Ton: Typewriter

O-Ton:  Ich finde Menschen sehr interessant. Aber ich habe Mühe, sie zu verstehen. Ich glaube jedoch, ich werde dich verstehen und dir vertrauen können. Du scheinst mir sehr fröhlich zu sein und ich denke, du riechst wie eine Krabbe.

Autorin: Zwischen Mary und Max entwickelt sich ein tiefes Verständnis. Mary interessiert sich für Max eigenwillige Sicht der Dinge. Max liebt es über ihre Fragen nachzudenken. Eines Tages berichtet er, dass bei ihm das Aspergersyndrom festgestellt wurde.
 
O-Ton:
Ich werde jetzt ein paar Symptome eines Aspis aufzählen. Erstens: Ich finde die Welt sehr verwirrend und chaotisch, weil ich alles sehr wörtlich und logisch auffasse. Zweitens: Ich habe Schwierigkeiten mit der Deutung eines Gesichtsausdrucks. Drittens: Es fällt mir schwer, Gefühle zu zeigen.

Autorin: In einem Punkt ist Max aber sehr einschieden. 

O-Ton: Ich fühle mich weder behindert noch gestört und verspüre auch nicht den Wunsch, geheilt zu werden. Mir gefällt es, ein Aspie zu sein. Ich will ja auch nicht meine Augenfarbe ändern. 

Autorin: Doch ausgerechnet diesen Wunsch ignoriert Mary  als sie -mittlerweile angesehene Doktorandin - ein hochgelobtes Buch veröffentlicht, vor Selbstbewusstsein nur so strotzt und Max heilen will. Damit stellt sie ihre Freundschaft auf eine harte Probe. Es soll lange dauern bis Max ihre Entschuldigung annimmt.

O-Ton: Liebe Mary, ich schicke dir meine komplette Noblets-Sammlung als Zeichen, dass ich dir verzeihe. Der Grund das ich dir vergebe ist, dass du nicht vollkommen bist. Du bist unvollkommen und ich bin es auch. 

Autorin: Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat. Heißt es in der Bibel. Im Film „Mary und Max oder schrumpfen Schafe, wenn es regnet“ zeigen zwei  Knetefiguren, dass das manchmal schwer, aber auch unglaublich schön sein kann: Sich selbst zu akzeptieren und den anderen so anzunehmen, wie er ist. 

Audiobeitrag Mary und Max


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