|
Woran Promis glauben: Bischof Kameeta, Namibia
Musik: Hugh Masekela: Time, Sony Music Entertainment, South Africa 2002, Katalog Nr. 5082952, Track 1, Send me (Thuma Mina)
Autorin: Lebe deinen Traum, lass dich nicht beirren von Besserwissern und Bedenkenträgern. Für den 65-jährigen Bischof Zephania Kameeta aus Namibia bedeutet das: Menschen zu einem Leben in Würde zu verhelfen, ohne Armut und Ausgrenzung. Das ist Kameetas Lebenstraum.
O-Ton: We are dreaming dreams, lets dream dreams ...!
Sprecher: Wir träumen, lasst uns zusammen unsere Träume entwickeln!
Autorin: .... sagt der lutherische Bischof Zephania Kameeta. In Namibia ist der bedächtig wirkende Theologe ungefähr so bekannt wie sein Kollege Desmond Tutu im Nachbarland Südafrika. Auch weil er die Menschen mit den Augen Gottes zu sehen scheint, voller Liebe und Vertrauen. Zusammen mit anderen hat Kameeta ein weltweit einzigartiges Pilotprojekt initiiert: Das Basic Income Grant, kurz BIG genannt. Zwei Jahre lang haben die 1000 Bewohner eines armen Dorfes jeden Monat umgerechnet knapp 10 Euro aus Spendengeldern bekommen, ein Grundeinkommen ohne Kontrolle und Gegenleistung.
O-Ton: overvoice Und indem wir das tun, sagen wir: Du bist genau so viel wert wie jeder andere. Du kannst selbst das Richtige mit diesem Geld machen. Das unterbricht den Kreislauf der Armut. (... break the circle of poverty). Autorin: Ein Freifahrtschein für Faulenzer, sagen Kritiker, unverantwortlich! Aber Kameeta, kann auf bemerkenswerte Erfolge verweisen: 90 Prozent der Kinder gehen zur Grundschule, Unterernährung und Kriminalität sind zurückgegangen, viele Leute haben mit ihrem Geld kleine Geschäfte vor Ort aufgebaut: eine Bäckerei oder eine Ziegelei etwa, weil aus Wellblechhütten jetzt Häuser werden. Eine Erfolgsgeschichte, die von der Bibel inspiriert ist.
O-Ton: overvoice (For us as christians ...) Für uns als Christen gibt es mit dem Glauben und dem Vorbild Christus eine solide Grundlage. Die Speisung der 5000 zum Beispiel: Ich habe festgestellt, dass das Wunder in dieser Geschichte keine mathematische Gleichung war: Sondern das Wunder liegt im Teilen des Brotes (... sharing the bread, thats where the miracle is.) Musik: Thuma Mina
Autorin: (über Musik) Thuma Mina Sende mich Herr, heißt es in diesem Kirchenlied, das schon zu Zeiten der Apartheid gesungen wurde, als Südafrika Namibia beherrschte und Kameeta Verfolgung und Gefängnis erlebte. Die Apartheid ist seit 1990 überwunden und eines Tages wird es auch die Armut sein, hofft Kameeta. Mit der Abschaffung der Apartheid hat er schon einmal erlebt, dass ein Traum wahr wurde. Jetzt glaubt er an den nächsten, auch wenn manche ihn für einen Traumtänzer halten.
O-Ton: overvoice (I think thats what we need ...) Was wir brauchen ist: Wir müssen unser Brot überall in der Welt teilen. Das würde viele Probleme lösen. Alle wirtschaftlichen Probleme und Finanzkrisen entstehen dadurch, dass zu viel Brot in zu wenigen habgierigen Taschen landet. Aber wenn wir teilen lernen, erleben wir alle ein Wunder. Dann haben wir alle mehr als jetzt ( ... than what we have).
Im Internet: http://www.bignam.org/ Literatur: Zephania Kameeta - Im Wind der Befreiung. Grenzgänger zwischen Kirche und Politik. Reden. Meditationen. Texte. Herausgegeben von Jörg Baumgarten, Wuppertal 2004, 270 S.
Woran Promis glauben: Bischof Kameeta, Namibia
|