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Nach dem Abschied
Vor fünf Tagen ist Annas Mutter gestorben. Nicht, dass das jetzt so unerwartet gekommen wäre!
Fünf Jahre ist es her, als der Arzt das medizinische Urteil gesprochen hatte: Alzheimer! Und das mit Ende vierzig! Zuerst konnte sie noch zuhause leben. Vor zwei Jahren ging es dann nicht mehr so weiter. Annas Mutter wurde ein Pflegefall und kam in ein Pflegeheim. Die eigene Mutter körperlich und geistig immer schwächer werden zu sehen, ist hart am schlimmsten war es wohl, als die Mutter sich nicht mehr an die Frau, die da an ihrem Bett saß und sich mit ihr unterhielt, erinnern konnte! Sie erkannte einfach ihre Tochter, sie erkannte Anna nicht mehr!
Irgendwann wollte Annas Mutter nicht mehr essen, hörte auf zu trinken. Dann starb sie. Plötzlich und unerwartet war ihr Tod nicht. Und doch war Anna über die Heftigkeit ihrer Trauer erschrocken.
Dann kam die Beerdigung. Als die Pfarrerin draußen vor dem Grab stand, als der Sarg langsam in die Erde gelassen wurde und die Pfarrerin Erde zu Erde, Asche zu Asche, Staub zu Staub sagte, erst da konnte Anna weinen und sie dachte: Das ist es jetzt also. Ab heute fängt eine neue Zeit an: Die Zeit mit meiner Mutter ist zu Ende, jetzt beginnt die Zeit ohne sie.
Sprecherin: Alexa Christ
Nach dem Abschied
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