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Das eine Licht
Liebe Hörerin, lieber Hörer, Kerzen hatten Konjunktur. Vom Licht war in diesen Weihnachtswochen ja oft die Rede.
Das hat viele Menschen ein wenig träumen lassen, ihnen auch Geborgenheit vermittelt. Oder neue Orientierung gegeben. Doch andere scheint das Weihnachtslicht einfach nicht zu erreichen. Ich erinnere mich an ein Gedicht, in dem das sehr klar wird. Der Dichter ist ein vergessener Flüchtling. Sein Name: Max Herrmann-Neiße. Ein vielfach angefochtener, entwurzelter Mensch, als Krüppel geboren, oft trostlos lebend, als Schlesier von der Neiße nach Berlin gezogen. Schon 1933, bösen Ahnungen folgend, nach England geflohen. Er ist dort 1941 einsam gestorben. Heute kaum noch bekannt.
Was er vom Licht schreibt, hat nichts Anheimelndes und nichts von Kerzenschein und tröstlichem Leuchten. Wenn er vom Licht redet, werden wir nicht zum Träumen eingeladen. Hier wird keine Lichterkette angezündet, im Gegenteil! Licht um Licht wird ausgelöscht, ausgeknipst. So klingt die erste Strophe seines Gedichtes:
"Ein Licht geht nach dem andern aus, und immer dunkler wird das Haus. Ich bin allein beim Lampenschein, ein Leuchtturmgeist in all der Nacht, der in dem Schlaf der andern wacht und Angst hat, auf dem Meer zu sein.
Einer wacht, das könnte ja tröstlich, hilfreich sein; zumindest einer! Und der könnte doch
Aber nein, es ist nur ein einsamer Wächter. Er soll die Angst der anderen eindämmen: Fürchtet euch nicht! sollte er rufen und ist doch selber von Angst umstellt.
Immer wieder machen Menschen solche Erfahrungen: ein Licht nach dem andern geht aus, eine Sicherheit nach der anderen geht mir verloren, eine Hoffnung nach der anderen wird enttäuscht, ein Mensch nach dem anderen erweist sich als unzuverlässig. Meine Welt wird undurchsichtiger, die Wand schwärzer, der Berg höher. Und ringsum scheint alles zu schlafen. Doch gerade für Menschen, die solche Nachterfahrungen machen, ist das Weihnachtslicht entzündet. Es ist nicht das letzte übrig gebliebene Licht. Es ist das eine entscheidende Licht der Welt, an dem andere sich entzünden können. Martin Luther hat nicht umsonst sein Lied von diesem so einzigartigen Licht angestimmt: Das ewig Licht geht da herein, gibt der Welt ein´ neuen Schein; es leucht´ wohl mitten in der Nacht und uns des Lichtes Kinder macht.
Das ist unser Glaube und der gibt nicht auf und hält dagegen, auch wenn wir das Gefühl haben, dass ein Licht nach dem anderen ausgeht. Warum? Weil sich das eine Licht in diese Welt eingenistet hat, das unauslöschlich ist. Klein, aber nicht verängstigt; manchmal einsam auf weitem Feld, im wilden Meer. Aber es geht hinaus in die Nacht. In Jesus Christus scheint es auf. Es ist das neue Licht des Lebens. Und alle, die sich davon erleuchten lassen, werden Kinder dieses Lichtes. Es ist Gottes Licht der Liebe, die die Welt doch in den Händen hält. Es verlöscht nicht, nie und nimmer.
Das eine Licht
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