Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

16.01.11; Pfarrerin Kerstin Hanke

Promis glauben: Katja Saalfrank – Die Supernanny

Probleme mit dem Kindern? Kein Problem - die Supernanny hilft. Seit 2004 zeigt Diplompädagogin Katia Saalfrank im Fernsehen,

was Eltern an ihren Erziehungsmethoden ändern können.  Warum sie das tut:

O-Ton: Wenn es darum geht, Tabuthemen zwischen Eltern und Kindern in der Gesellschaft, Alkohol, Gewalt, Missbrauch ein Stück weit zu zeigen, aufzudecken und zu verändern. Nennen Sie mir doch mal ne Alternative!

Autorin: Als Mutter hat sie viel Erfahrung – sie hat selbst vier Kinder und weiß, wie anstrengend es ist, Kinder zu erziehen. Allerdings hat sie eine Ausbildung und Geld – im Gegensatz zu den Familien, mit denen sie arbeitet.

O-Ton: Ich mag diese Menschen sehr und irgendwie rührt mich das, die ganzen Geschichten, die dahinter stehen. Man sieht nur dieses Menschenkind, dass dieser Mensch keine Chance hatte in seinem Leben. Und dann finde ich wunderbar in Beziehung treten zu können und zu sehen, dass da von Tag zu Tag etwas wächst, was sofort weitergegeben werden kann an die Kinder.

Autorin: Dieser liebevoll-kritische Blick auf einen Menschen hat viel mit Katja Saalfranks Glauben zu tun.  Ihr Vater war Pfarrer und eine ihrer Schwestern ist  heute auch Pfarrerin.

O-Ton: Über Glauben zu reden ist etwas sehr Persönliches, ist wie wenn man über einen Schatz redet. Ich hab sehr viel mitgenommen aus meiner Kindheit in diesem Pfarrhaushalt. Ich hab große Sicherheit mitgenommen für mein Leben..

Autorin: Und ein feines Gespür für Ungerechtigkeit. So ärgert es sie, wenn nach dem Selbstmord des Torwarts Robert Enke zum Beispiel die ganze Nation über Depression redet. Depression als Volkskrankheit. Und zugleich dieselben Symptome von Depression als „spätrömische Dekadenz“ bezeichnet wird, als ein Sich- Gehenlassen:

O-Ton: Wie viele Harz 4 Empfänger, wie viele Eltern, die am Existenzminimum leben, wie viele haben da Depressionen, wie viele sind erschöpft, wie viele haben keine Perspektive, wie viele leben in dem Rädchen drin in dieser Abhängigkeit.

Autorin:  Und haben deshalb keine Kraft  mit ihren Kindern in Beziehung zu treten, sich für sie zu interessieren. Auch weil sie dieses Interesse als Kind  nicht erlebt haben. Weil sie überhaupt wenig Erfahrung haben mit stabilen Beziehungen. Deshalb erzählt Katja Saalfrank ihnen:

O-Ton: dass Menschen sich über Beziehungen entwickeln, und oft ist es auch so, dass Menschen wenig Bindung und Beziehungserfahrung haben. Die Frage ist, wie können wir Menschen nachnähren.

Autorin: Nachnähren- ein schönes Wort. Erwachsene, die in ihrer Kindheit zu wenig Zuwendung erfahren haben, müssen „nachgenährt“ werden.  Katia Saalfrank tut dies, indem sie wertschätzt, was ihnen trotz allem gelungen ist. Dass sie das kann, hat etwas mit ihrer  inneren Sicherheit zu tun, mit ihrem Glauben. Und weil sie selber immer wieder erlebt hat, dass ihr geholfen wurde.

O-Ton:  Man kann nicht tiefer fallen als in Gottes Hand, das kann ich sehr gut nachvollziehen.  Natürlich gab es Momente in meinem Leben, wo ich gedacht habe: das kann doch nicht wahr sein! Also vier Kinder, wenig Geld, wenig Wohnraum, viel Abhängigkeit und wenig Kraft, und trotzdem einen tollen Mann. Und trotz Tränen und Trauer die Gewissheit zu haben, es geht irgendwie weiter.
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www.katiasaalfrank.de
 

Audiobeitrag Promis glauben: Katja Saalfrank – Die Supernanny


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