Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

15.01.11, Holger Pyka

Gott auf Augenhöhe

Als über Weihnachten zuhause war habe ich mal wieder mein altes Kinderbuch gelesen: Nils Holgersson. Das kennen wahrscheinlich die meisten:

Die Hauptperson ist einfach mal ein ziemliches Sackgesicht. Er quält die Tiere auf dem Hof und macht seiner ganzen Umgebung das Leben schwer. Eines Tages legt er sich mit dem Falschen an: Mit einem Wichtelmännchen.  Das kann dummerweise zaubern und verhext Nils Holgersson in einen Zwerg. Nils haut dann mit ein paar Wildgänsen ab. Er erlebt eine ganze Menge Abenteuer, freundet sich mit ihnen an und wird dadurch natürlich zu einem besseren Menschen. Zur Belohnung wird er am Ende des Buchs wieder groß. Happy End also? Denkste, denn was jetzt kommt, ist für mich das traurigste Ende der Literaturgeschichte: Nils will sich von den Wildgänsen verabschieden. Aber als er auf sie zuläuft – da erkennen die Wildgänse ihn nicht wieder, verstehen ihn nicht, kriegen totale Panik und fliegen weg. Weil er so groß ist, so fremd und so total anders als sie.

Deswegen mag ich die Vorstellung, wie Gott an Weihnachten zur Welt gekommen ist. Sich in Jesus klein gemacht hat. Und uns quasi auf Augenhöhe begegnet. Damit wir keine Angst vor ihm haben brauchen und nicht weglaufen müssen. Und so unsere eigenen Erfahrungen mit Gott machen können.

Sprecher: Daniel Schneider

Audiobeitrag Gott auf Augenhöhe


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