Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

11.01.11, Holger Pyka

Regenbogen

Letztens war ich in Düsseldorf unterwegs, in einem Stadtteil ziemlich am Rand. Ich stehe da und warte auf die Bahn und gucke die Straße entlang.

Schaue mir die Häuser an und denke: Boah, ist das hässlich hier. Echt. Fünfzigerjahrebauten, die meisten in Grau, die allerschlimmsten in irgendeinem komischen kranken Grün. Leer stehende Geschäfte, kaputter Straßenbelag und alles voll Müll. Ist das hässlich. Und natürlich regnet es. Jetzt kein ordentlicher Wolkenbruch, sondern so ein ekliger Sprühregen, bei dem man zuerst denkt: Ist ja nicht so schlimm. Und dann ist man doch nach zwei Minuten pitschnass. Also schäbiger kann’s quasi gar nicht werden. Dann kam irgendwann die Sonne raus, und am Himmel steht ein richtig krasser Regenbogen. Und die ganze Straße wird auf einmal ein bisschen bunter. Ein bisschen hässlich ist sie aber trotzdem noch.

In der Bibel steht: Wenn ihr einen Regenbogen seht, dann ist das ein Symbol: Gott bleibt bei euch. Das Gefühl brauche ich vor allem da, wo es schäbig ist. Wo es mir schlecht geht. Manchmal spüre ich das erst hinterher, wenn auf Regen Sonnenschein folgt. Dann denke ich: Gott. Du bist ja doch da.

Sprecher: Daniel Schneider

Audiobeitrag Regenbogen


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