Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

31.12.10, Florian Schmitz-Kahmen

Gute Nachsätze

Irgendwann im Laufe des Abends kriegen alle diesen seltsamen Gesichtsausdruck.Und dann kommt sie wieder… die Frage, die immer kommt: Was wird das neue Jahr wohl bringen?

Natürlich kennt niemand die Antwort- Aber alle hoffen, dass 2011 doch einiges besser werden soll, darum werden dann so genannte „Gute Vorsätze“ gefasst. Hab ich auch schon gemacht. Mehr als einmal. Ist aber, ehrlich gesagt, nie was draus geworden.

Ein altes Sprichwort sagt: Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert. Und da ist was dran: Wenn ich diese guten Vorsätze nicht aus echter Überzeugung fasse und ich nicht wirklich etwas ändern will, dann quäle ich mich nur damit herum und mache mir das Leben selbst zur Hölle. Deshalb mache ich es dieses Silvester anders: keine guten Vorsätze, dafür aber gute Nachsätze. 2010 ist nicht einfach vorbei.

Da gab es so viele schöne Momente, die mich glücklich gemacht haben. Und immer noch glücklich machen. Da gab es traurige Zeiten, die sich nicht einfach abstreifen lassen wie ein altes Paar Schuhe. Sie haben mich verändert.

Aber zusammengefasst lautet mein Nachsatz für 2010: das Jahr war kein Highway to Hell. Ebenso wenig wie 2009, 2008 und die Jahre davor. Also: Warum sollte ich mir mit guten Vorsätzen einen Weg zu Hölle pflastern?

Sprecher: Daniel Schneider

Audiobeitrag Gute Nachsätze


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