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Ein Geschenk des Himmels
Hier war es. Hier bist du geboren worden. Vor genau elf Jahren.Marias Worte klangen nicht besonders feierlich, eher nachdenklich.
Kein Wunder, denn dieser Ort war alles andere als gemütlich. Keine Frau will hier ein Kind zur Welt bringen.
Ja, setzte sie fort, ich hatte mir das auch anders vorgestellt. Aber es kam alles anders, als wir dachten. Dein Vater und ich
Mitten im Satz brach sie ab. Sollte sie ihm wirklich die ganze Wahrheit erzählen? Die ganze Wahrheit? Würde er es verstehen? Hatte sie es selbst jemals verstanden?
Der Mann, den er für seinen Vater hält, ist nicht sein Vater. Zumindest nicht sein leiblicher. Und wenn er nun fragen würde, wer denn sein richtiger Vater ist, dann könnte sie ihm keine Antwort geben. Weil sie es selbst nicht wusste. Ihre Schwangerschaft damals. Das war nicht geplant. Und doch ist es geschehen. Der Mann, den sie so sehr liebte. Und der sie so sehr liebte. Er ist nicht sein Vater. Er hatte ihr die Treue gehalten. Und er hatte dieses Kind, dieses wundervolle Kind, so in sein Herz geschlossen als wäre es sein eigenes.
Was sollte sie jetzt sagen? Die Wahrheit? Aber was ist die Wahrheit? Sie schaute ihrem Sohn in die Augen. Sah seinen fragenden Blick.
Und dann sagte sie: Du kannst dir ganz sicher sein: dein Vater und ich wir lieben dich! Du bist ein Geschenk des Himmels!
Und das gilt nicht nur für das Christkind, sondern alle, die nicht wissen, wer ihre leiblichen Eltern sind.
Sprecher: Daniel Schneider
Ein Geschenk des Himmels
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