Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

13.01.11, Maike Siebold

An Tagen wie diesen - Fettes Brot

Musik: Fettes Brot "An Tagen wie diesen“ Musik: Moin, moin was geht, alles klar bei dir wie spät, gleich neun okay will mal eben los, Frühstück holen gehen,

schalt den Walkman an zieh die Haustür ran, Lauf die Straße entlang bis zum Kaufmannsladen, denn da gibt’s die allerbesten Brötchen weit und breit, kann am Tresen kurz mal lesen was die Zeitung schreibt:    

Autorin: Der Morgen fing gut an. Nach einem kleinen Beautyprogramm auf zum Bäcker, um frische knusprige Brötchen zu holen. Dem Sänger von Fettes Brot geht es da nicht anders. Der Tag begann verheißungsvoll, bis zu dieser Nachricht:

Musik: Irgendwas von nem Großangriff. Unzählige Bomben auf ne kleine Stadt, viele Menschen ums Leben gekommen und dem Erdboden gleich gemacht in nur einer Nacht.   Ich zahle und verlasse den Bäcker
hör noch den Nachrichtensprecher : "Lage wieder mal dramatisch verschlechtert, heute fantastisches Wetter" .

Autorin: Man kommt nicht drum herum – um die schlechten Nachrichten. Von morgens bis abends. Die Schlagzeile beim Bäcker. Und auf der Straße, die  Nachbarin. Ihr Mann habe Krebs, es sehe nicht gut aus.  

Musik: Plötzlich gibt´s n Knall, tausend Scherben überall. Die Nachbarskatze hat`s erwischt bei `nem Verkehrsunfall. Der Anblick kann einem echt die Laune verderben. Was fällt diesem Mistvieh ein hier genau vor meinen Augen zu sterben?

Autorin: Und nun auch noch das - kaum erträglich sind sie, die vielen, schlechten  Nachrichten.  Zu Hause geht´s direkt weiter mit dem Fernseher: 

Musik:  Eine Million bedroht vom Hungertod nach Schätzungen der UNICEF. Während ich grad gesundes Obst zerhäcksel in der Mulinex, seh’ ein Kind in dessen traurigen Augen ne Fliege sitzt. Weiß, dass das echt grausam ist: Doch Scheiße Mann, ich fühle nix. Was ist denn bloß los mit mir? Verdammt wie ist das möglich?

Autorin: Es gibt Tage, da geht es uns nichts an. Das Elend der Welt:  Aids, Hunger. Malaria – alles weit weg. Und der Krebs der Nachbarin von nebenan. Wir drehen uns im Hamsterrad – endlos ums uns selbst – unsere kleine Welt.

Musik: Absolute Wahnsinnsshow im Fernsehen und im Radio. Die Sonne lacht so schadenfroh an Tagen wie diesen. Niemand, der mir sagt wieso beim Frühstück oder Abendbrot. Die Fragen bohren so gnadenlos an Tagen wie diesen.         

Autorin: Den Luxus der Hoffnungslosigkeit, wir  können ihn uns nicht leisten. Denn es gibt Hoffnung. Wegen ihm. Er hat sich nicht auf seine eigene Kraft verlassen, sondern auf Gott:  Jesus von Nazareth. Der Mann, der mit ein paar Freunden, die Welt für immer veränderte. Und er will, das auch wir die Welt verändern. Jeden Tag neu. Ankämpfen gegen den Wahnsinn dieser Welt.

Musik

Audiobeitrag An Tagen wie diesen - Fettes Brot


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