Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

18.12.10, Ralf Jupe

Schneeeee

Okay, grau, trübe, schneematschig gehört nicht unbedingt zu meinem Wetterfavoriten. Aber wenn’s denn mal auch in Köln so richtig schneit,

kann das schon sehr vergnüglich sein. Da fällt fluffiger Schnee, da rieselt es leicht von Ästen. Anstatt eines Schneemanns könnte ich doch glatt mal ein Iglu bauen. Wenn ich nur wüsste, wie ich das mit der Statik hinkriegte.

Eskimo müsste man sein. Oder Inuit wie es ja korrekterweise heißt. Die kennen angeblich 200 Wörter für Schnee. Dachte ich bislang.  Stimmt nicht, korrigiert mich das Lexikon der populären Irrtümer. Die Inuits haben nur zwei Wörter für Schnee. Quanik für Schnee , der liegt. Aput für Schnee, der fällt. Alle anderen Wörter werden davon abgeleitet oder eben zusammengesetzt. So wie wir eben Schneeflocke sagen oder Schneetreiben sagen.  Alle Wörter, die irgendwie mit Schnee zu tun haben addieren sich auf rund ein Dutzend unterschiedlicher Begriffe. Mehr haben wir im Deutschen auch nicht zu bieten. Also klarer Fall von Legendenbildung.

Da frage ich mich nur, wie wir auf solche Legenden kommen? Wünschen wir uns insgeheim, dass andere Völker eine einfachere und facettenreichere Beziehung zu der Welt und ihren Dinge haben? Mehr im Einklang mit der Natur leben? Weil wir uns da eher entfremdet fühlen?

Dagegen hilft einfach mal staunen über all das weiße Zeug, dass die Welt verwandelt.

Sprecherin: Alexa Christ

Audiobeitrag Schneeeee


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