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Von Jugend an?
Abstoßend und anziehend zugleich. Das Böse. Aber was heißt schon das Böse? Es ist immer eine schreckliche Tat, die Tat eines Mannes, einer Frau,
eines jungen Menschen, die erschüttert: Wenn eine Mutter ihre Kinder tötet, oder ein Vater die ganze Familie; wenn ein Jugendlicher grausam einen anderen quält und tötet, dann stellt sich immer die Frage nach dem Bösen. Absolut und isoliert, so, als würde man von einer Krankheit sprechen, wie von einem Virus oder einem Geschwür.
Also von etwas, was man oder frau hat, oder eben nicht. Schnell ist man dann dabei, öffentlich zu reden, dass die Bösen, das Böse angeblich in sich tragen womöglich noch in einem Gen, oder an irgendeiner Stelle in ihrem Kopf. Das Böse als etwas, was sichtbar zu machen, zu lokalisieren und zu begrenzen ist. Das Böse, als etwas was vielleicht sogar - wie einige Hirnforscher meinen biologisch bedingt ist. Vorherbestimmt quasi.
Diese Sichtweise hat einige Vorteile und einen hohen Preis: Diese Sicht kostet die Freiheit. Die Freiheit des Menschen, sich eben auch gegen das sogenannte Böse zu entscheiden. Mit anderen Worten: verantwortlich zu handeln. Was eben auch bedeutet: fähig zu sein, schuldig zu werden.
Klar. Manche Lebensumstände von Täterinnen und Tätern waren so unvorstellbar grausam, dass nachvollziehbarer wird, wie das Böse diesen Raum gewinnen konnte.
Die Bibel erzählt an vielen Stellen, wie sich Menschen eben auch zu bösen Taten entscheiden. Und sie erzählt in welchen Geschichten, aus welchen Gründen heraus, Menschen so handeln: Weil sie sich nicht gewürdigt fühlen, zum Beispiel, nicht gesehen und nicht wahrgenommen. Weil sie Angst haben, zu kurz zu kommen,weil sie merken, das Macht und Materie allein das Herz nicht satt macht, sondern immer gieriger. Und die Bibel erzählt von dem Gott, der den Menschen Freiheit lässt, neu anzufangen. Was ich bin, bin ich auf Zeit. Täter, Opfer, Mensch. Gesegnet - mit unverlierbarer Würde. Auch der, mit dem Alten neu zu beginnen.
Von Jugend an?
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