Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

30.11.10, Pfarrer Jönk Schnitzius

Danke sagen

Musik: CD Die Fantastischen Vier „Für Dich immer noch Fanta Sie“Track 8, (LC 00163)

Musik: Ich wollt noch „Danke“ sagen, doch ich lieg´im Krankenwagen, noch woll´n sie mich zwangsbeatmen, doch bald ist alles aus und vorbei. Falls sie mich nicht begraben, dann soll´t ich mich wirklich fragen, wann will ich mal „Danke“ sagen, denn irgendwann ist´s aus und vorbei,“

Autor: Dankbarkeit ist wichtig und eine große Kraft. Ich meine jetzt nicht die klebrige Version. Die, bei der man das Gefühl hat: uuh. Das ist maximal: Gut gedacht, aber leider gar nicht gefühlt.  Also. Davon ist nicht die Rede. Sondern von Dankbarkeit, die einen erst einmal selber durchströmt. Dankbarkeit, die ruhig macht und zuversichtlich, großzügig und lächelnd. Ein sehr schönes Gefühl, wie ich meine. „Schön wär´s ja - mir fällt nur gerade nicht ein  wofür“, mag man jetzt denken. Gut. Das  Leben ist manchmal schwer, kalt und dunkel, besonders morgens im Winter. Es gibt Zeiten, voller Schmerz und Verzweiflung, die sind nur schwer zu ertragen – und es gibt in all dem  - fast immer  etwas, wofür ich  ehrlich  „danke“ sagen kann.

Nochmal: Das heißt jetzt nicht: Alles nicht so schlimm, wenn alles schlimm ist. Dies hier ist keine Ermutigung, das eigene Leid oder das des Nächsten nicht ernst zu nehmen. Allerdings bin ich überzeugt: Fast immer gibt es neben all dem Schrecklichen oder Schweren noch etwas, wofür ich dankbar sein kann. Ich finde zum Beispiel, die Frage aus der systemischen Seelsorge hilfreich, wenn ich ziemlich niedergeschlagen bin, ob ich das 24Stunden am Tag sei, oder ob es Unterschiede gibt. Sollte das jemand schaffen, wäre interessant zu erfahren, wie er es schafft  24Stunden am Tag niedergeschlagen zu sein.

Ziemlich wahrscheinlich, dass ich Unterschiede in den Stimmungen feststelle. Ziemlich wahrscheinlich, dass mir etwas, vielleicht etwas scheinbar Alltägliches, einfällt, wofür ich einfach mal „danke“ sagen könnte. Wem auch immer: meinem Nächsten, mir selbst, Gott. Um nur einige Beispiele zu nennen. Dankbarkeit hat große Kraft. Da lohnt es sich, nach ihr zu suchen. Kann gut sein, dass man gar nicht so tief graben muss. Es muss ja nicht immer erst am Lebensende sein:

Musik: „Ah, year, haha, dankeschön, es war schön, wär schön gewesen mit´n längeren Leben, aber, hey, irgendwann ist eben Zeit zu gehen und ich will mich nicht rausreden, lass mich doch mal ausreden… Ich wollt noch „Danke“ sagen, doch ich lieg´im Krankenwagen, noch woll´n sie mich zwangsbeatmen, doch bald ist alles aus und vorbei. Falls sie mich nicht begraben, dann soll´t ich mich wirklich fragen, wann will ich mal „Danke“ sagen, denn irgendwann ist´s aus und vorbei.“

Audiobeitrag Danke sagen


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