| |
Zur Freiheit befreit
Es geht um die Freiheit. Es geht um die Freiheit, selber zu entscheiden, wohin ich gehe, was ich denke und fühle, was ich tue.
Es geht um die Freiheit selbst zu bewerten, eine eigene Meinung zu haben, zu kritisieren und zu würdigen. Im evangelischen Glauben geht es zentral darum.
Paulus schreibt, dass wir zur Freiheit befreit sind. Und nicht zu irgendeiner, sondern zu der wie er schreibt herrlichen Freiheit der Kinder Gottes.
Das kann man jetzt steil finden, nur: Darunter geht es nicht. Evangelischer Glaube verspricht keine besseren Menschen, keine Befreiungen, die mich und mein Leben irgendwie besser oder moralischer oder wertvoller machen. Im evangelischen Glauben geht es um die Zusage von Freiheit und zwar herrlicher Freiheit die Bindung voraussetzt. Hört sich vielleicht merkwürdig an, ist es aber nicht. Oder kennen Sie irgendjemanden, der ungebunden ist. Also nicht gebunden an: Menschen, die hören, wenn Sie sprechen. Menschen, die spüren, wenn Sie sie anschauen. Menschen, die Ihnen Anerkennung geben.
Nun ist das mit den Bindungen im richtigen Leben ja nicht immer so einfach.Manche sind zu der Überzeugung gekommen, der Preis, also das, was sie dafür meinen geben zu müssen, sei entschieden zu hoch. Und das ist er dann ja auch, wenn Bindung direkt in die Gefangenschaft führt. Und zum Beispiel Kontakt mit Kontrolle verwechselt wird. Oder Bindung mit Begrenzung. Oder Liebe mit Last. Oder Würde mit Willen. Nach dem Motto: Ich muss mich mit meinem Willen möglichst anstrengen, um würdig zu sein für
irgendetwas.
Um Freiheit geht es. Langsam nähert sich Weihnachten. Da feiern wir, dass Gott Mensch geworden ist. Und das dieser Gott uns eine unverlierbare Würde zuspricht. Und in dieser Würde die Freiheit, alles zu tun, was das Leben ehrt. Das eigene, wie das meines Nachbarn. Das ernst zu nehmen, kann ziemlich viel Spaß machen. Soll es auch.
Zur Freiheit befreit
|