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Ohne Deutsch keine Fahrkarte
Der Mann war unverkennbar türkischer Herkunft. Schon etwas älter. Neben ihm seine Frau. Beide ratlos vor dem Fahrkartenautomaten im Hauptbahnhof.
Sie zeigte ihm irgendwas auf der Bedienungsanleitung neben dem Schlitz für den Münzeinwurf. Er schüttelte den Kopf. Erklärte dann irgendwas. Danach schüttelte sie den Kopf. Eine ältere Dame kam dazu. Er sprach sie an. Die war auch ratlos: Tut mir Leid. Ich weiß auch nicht, wie die Dinger funktionieren.
Integration funktioniert, wenn Fremde, die sich hier niederlassen, Deutsch sprechen. Das wird den Zuwandernden nirgendwo so schlagend vorgeführt wie am Fahrkartenautomaten. Schon mit deutschen Sprachkenntnissen ist der schwer zu bedienen. Ohne erst Recht. Ohne Deutsch keine Fahrkarte. Also zu Hause bleiben. Oder schwarzfahren. Für diesen Fall allerdings wird in jedem einzelnen Wagen in sage und schreibe acht verschiedenen Sprachen darauf hingewiesen, dass das vierzig Euro kostet, wenn man erwischt wird.
Deutsch sprechen ist das A und O. Das ist auch richtig so. Aber mal ehrlich: Da wandern Leute zu, die es ja lernen wollen. Und da sind welche schon längst zugewandert, denen man damals zwar eine Schüppe in die Hand, aber keinen Sprachkurs aufs Auge gedrückt hat. Die sollen es jetzt nachträglich lernen. Alles o.k. Bloß: Müssten wir nicht dafür sorgen, dass die, die lernen wollen und sollen, sich überhaupt erst mal im Alltag zurechtfinden können?
Sprecherin: Alexa Christ
Ohne Deutsch keine Fahrkarte
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