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sola sriptura
Guten Morgen, liebe Hörerinnen und Hörer!Es gibt Themen, über die lässt sich wunderbar streiten wunderbar, weil es nicht so wichtig ist, wie der Streit ausgeht,
z.B. ob die Gabel links vom Teller oder rechts, zusammen mit dem Messer, gedeckt werden sollte. Es gibt aber auch andere Themen, bei denen es von entscheidender Bedeutung ist, wie der Streit ausgeht und woher man Hilfe bekommt, um sich in dem Streit entscheiden zu können.
Es ist gut 76 Jahre her, als in Wuppertal, im Ortsteil Barmen eine Reihe von Männern und Frauen zusammenkamen genauer gesagt war es Ende Mai 1934. Die NSDAP von Adolf Hitler war seit einem Jahr an der Macht. Und nun kamen sie aus Gemeinden, die verstört, verunsichert waren: was bedeutet diese politische Wende in unserem Land? Kann es sein, dass durch diese neue Führung Gott zu uns spricht? Liegen in dieser nationalen Erneuerung wie man damals nannte vielleicht auch Chancen für die Kirche?
In Wuppertal Barmen haben die Mütter und Väter unserer evangelischen Kirche die Bibel befragt. Und sie haben in den vielen biblischen Texten eine einzige Stimme wahrgenommen und diese Stimme hat zu ihnen gesagt: Ich bin der Herr, dein Gott, du sollst keine anderen Götter neben mir haben. Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.
Für mich wirkt diese Konzentration auf die Bibel bis heute wie ein großer Befreiungsschlag. Nicht die politischen Ereignisse der Zeit nehmen uns Christen gefangen; auch die beeindruckenden Führungspersönlichkeiten aus der Politik können uns keine verbindlichen Wahrheiten anbieten; und vor allem: wenn ich etwas zuverlässiges, glaubwürdiges über Gott erfahren will, dann brauch ich nicht die kunstvollen Gebilde der Kultur durchzustöbern. Zuverlässig, glaubwürdig und völlig ausreichend ist das, was ich in der Bibel über Gott erfahre: Sola Scriptura - Allein die Schrift, diese Formel stammt aus der Zeit von Martin Luther und sie hat bis heute zentrale Bedeutung für den evangelischen Glauben. Die Bibel mit ihrer ganz besonderen Botschaft sie reicht aus, um Orientierung zu bekommen.
In jedem Streit werde ich mich fragen: wem bringt es etwas, wenn ich mich weiter streite. Wer ist der Dritte, der sich darüber freut, wenn ich mich jetzt mit meinen lieben Nächsten anlege. In meinem Arbeitsbereich komme ich z.B. immer wieder in Konflikt mit Leuten, die sich über Bemühungen aufregen, Muslime in unserer Gesellschaft zu integrieren.
Mich in solch einer Situation auf die Bibel zu besinnen, bringt mir zunächst einen heilsamen Abstand. Und dann nehme ich diese alte, vertraute Stimme wahr: ich bin der Herr, dein Gott, ich habe dich befreit. Lass dich nicht in unsachliche Rechthabereien verwickeln. Bleib der Linie treu, die ich dir vorgezeichnet habe: liebe Gott, den Herrn und deinen Nächsten wie dich selbst. Dann wirst du deinen Weg finden.
In der Frage, wie wir Christen mit Muslimen umgehen sollten hat diese Richtungsangabe der Bibel für mich ganz praktische Konsequenzen. Gerade im Gespräch mit Menschen, die meinen Glauben nicht teilen, kann mir mein christliches Bekenntnis noch einmal ganz neu einleuchten. So habe ich das erfahren.
Und wenn ich meinem Bekenntnis treu sein will, dann haben Muslime das gleiche Recht dazu. Ich kann vielleicht einiges in ihrem Glauben nicht nachvollziehen; ich habe Anfragen an einige Lebensäußerungen ihres Glaubens; aber das Recht ihr eigenes Bekenntnis öffentlich zu leben, dieses Recht der Muslime muss ich als Christ schützen, denn so sagt es mir die Bibel: du sollst Gott deinen Herrn lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft und deine Nächsten wie dich selbst sie sind wie du!
sola sriptura
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