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Der Herr hat offenbart seinen heiligen Arm! (Jesaja 52,10)
Eine handlungsfähige Regierung, liebe Hörerinnen und Hörer, muss über Macht und Stärke verfügen. Nur dann kann sie ein Land verändern und das Zusammenleben der
Menschen nach ihren eigenen Vorstellungen prägen und gestalten. Macht und Stärke damit verbinden wir dann ganz schnell militärische Macht, wirtschaftliche Stärke und beeindruckende, durchsetzungsfähige Machtinhaber.
Diese Vorstellungen prägten die Gottesbilder in vielen Religionen, auch in unserer jüdisch-christlichen Tradition. Biblische Geschichten erzählen uns von der Macht und Stärke Gottes, die sich in seiner Zerstörungskraft erweisen. Gott bewirkt Veränderung und Neuanfang für einige Menschen, indem er das Leben anderer vernichtet. Gott schenkt militärische Siege der Einen über die anderen.
Aber es gibt in der Bibel auch ganz andere Gottesvorstellungen: Gott begegnet nicht allein im Felsen brechenden und Berge zerreißenden Sturm, nicht im Erdbeben und auch nicht im Feuer - sondern in einem stillen, sanften Sausen. (1. Könige 19,11f)
Sprecherin: Der Herr hat offenbart seinen Heiligen Arm vor den Augen aller Völker, dass aller Welt Enden sehen das Heil unseres Gottes. (Jesaja 52,10)
Der Heilige Arm, wie es der Prophet Jesaja im heutigen Losungswort sagt, mag für die Augen mancher noch die Vorstellung eines ausgestreckten Armes mit dem Schwert in der Hand entstehen lassen. Aber das Bild zielt auf anderes. Es geht hier nicht um die Zerstörungsmacht, sondern um das Heil des Gottes Israels. Befreiung aus der Gefangenschaft im babylonischen Exil wird angesagt, und zwar ohne Befreiungskriege. Kein gewalttätiger, sondern ein sanftmütiger Weg zur Freiheit wird von Gott vorbreitet. Weder durch militärische Überlegenheit noch durch die Anerkennung militärischer Unterlegenheit soll das Gottesvolk Freiheit erlangen. Das Heil wird auf heilsame Art vermittelt: durch Reden, Einsichten und Dekrete.
Gott zeigt sich in den Worten des Propheten als sanfte Lebensmacht. Sein heiliger Arm ist ausgestreckt zur Hilfe. Seine Hand ist geöffnet zum Segen. Kein Schwert, keine Faust. Gott fordert keine Menschenopfer. Er zeigt sich als Gott der Heilung von Nöten und von Krankheiten. Er zeigt sich als Schutzmacht der Armen und Verlassenen, der Kleinen und der Hilflosen, der Ausgegrenzten und der Einsamen. Er zeigt sich auf der Seite derer, die nach Gerechtigkeit suchen und dem Frieden dienen. Er ist mit denen unterwegs, die wie das weiche Wasser die Steine formen und verändern. Als Schöpfer des Lebens ist und bleibt er der Gott des Lebens. Was dem Leben dient, das soll das Leben und die Gottesdienste derer prägen, die zu diesem Gott gehören.
In Jesus Christus erkennen wir, wie Gottes heiliger Arm sich zum Heil ausstreckt. Auch uns entgegen. Die ersten Christinnen und Christen haben sich von Jesu Leben anstecken und inspirieren lassen. Sie waren davon so begeistert, dass sie weitergelebt und weitergesagt haben, was sie von ihm wussten und mit ihm erlebt hatten. Wir könnens nicht lassen, von dem zu reden, was wir gesehen und gehört haben. (Apostelgeschichte 4,20) Das antworten die Apostel Petrus und Johannes, als sie unter Strafandrohung aufgefordert werden, nicht weiter öffentlich von Jesus zu reden. Es war nicht möglich, die beiden mundtot machen, weil Gottes Arm sich in Jesus Christus ihnen entgegenstreckte. Im Heil für einzelne Menschen und im heilsamen Zusammenleben, so will der Gott Israels sich offenbaren. Der Gott, der durch den Gottessohn Jesus Christus auch unser Gott ist. Einen Tag mit heilsamen Erfahrungen wünsche ich Ihnen, liebe Hörerinnen und Hörer.
Der Herr hat offenbart seinen heiligen Arm! (Jesaja 52,10)
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