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Seid nicht halsstarrig (2. Chronik 30,8)
Autor: Halsstarre ist nicht unbedingt eine körperliche Krankheit, liebe Hörerinnen und Hörer. Halsstarre ist manchmal auch das Bild für eine zerstörerische Geisteshaltung.
Halsstarrige Menschen wollen ihren Kopf und ihre Blickrichtung nicht wenden. Sie sind in ihrem Eigensinn und in ihrer Weltsicht gefangen. Sie können keine neuen und heilsamen Perspektiven für ihre Lage und für ihr Leben gewinnen.
Sprecherin: Seid nicht halsstarrig, sondern gebt eure Hand dem Herrn und kommt zu seinem Heiligtum. (2. Chronik 30,8)
Autor: Das ruft der König Hiskia seinen Landsleuten zu. Es ist das Losungswort für diesen Tag.
Damals, im 8. Jahrhundert vor Christus, ging es dem König um eine radikale Neubesinnung für die übrig Gebliebenen seines Volkes. Fast alle Stämme waren durch die militärischen Erfolge der Assyrer untergegangen. Und der Rest des Gottesvolkes löste sich gleichsam von Innen auf.
Gott hatte sich doch das Volk Israel zum Zeichen für alle Völker erwählt. Und trotzdem war für die meisten Israeliten die Glaubensbindung an den Gott Israels unwichtig geworden. Sie kannten die Gebote und Weisungen ihres Gottes nicht mehr. Sie wussten nichts mehr von den Formen und Festen, mit denen Menschen dem Glauben an diesen Gott Ausdruck geben. Halsstarrig klammerten sie sich an falsche Heilsversprechungen und verehrten Abgötter, die nur menschlichen Wunschbildern entsprachen. Israel war gefangen in seiner äußeren und inneren Not.
Seid nicht halsstarrig. Deshalb ruft der König Hiskia zu einer radikalen Neubesinnung auf. Er schrieb Briefe und ließ sie zu den verbliebenen Israeliten bringen. Hohn und Spott erntete er dafür, aber auch Aufmerksamkeit und Zustimmung.
Hiskias Einsicht war: wenn wir in Frieden und Freiheit leben wollen, dann müssen wir wieder im Bund mit unserem Gott leben. Das heißt: wir müssen erneut lernen, unsere Gottesdienste nach Gottes Ordnung zu gestalten und an unseren Festtagen an die Heilstaten unseres Gottes zu erinnern. Passa, das Fest der Befreiung aus Ägypten, soll wieder neu die Grundlage unseres Lebens werden.
Hiskia wirbt mit dringlichen Worten: seid nicht halsstarrig, verkrallt Euch nicht in eure Irrwege und in eurer Not. Lasst Euch von Gott selbst bei der Hand nehmen. Kommt nach Jerusalem. Lasst uns feiern und erinnern, wie unsere Väter und Mütter durch unseren Gott aus der Sklaverei in Ägypten befreit wurden. So kann uns neu gewiss werden: Gott wird auch uns aus unserer Not befreien.
Die Heilstaten Gottes an unseren Müttern und Vätern im Glauben erinnern und feiern, das, liebe Hörerinnen und Hörer, kann auch unsere Halsstarre lösen. Erinnern und Vergegenwärtigen von Gottes heilsamer Gegenwart und Menschenfreundlichkeit schenken uns neue Perspektiven, auch für unsere gegenwärtigen Nöte. Deshalb feiern wir die Gottesdienste und Feste unseres Kirchenjahres. Deshalb schauen wir auf Gottes Wegbegleitung in unserem persönlichen Leben. Durch Jesus Christus hat der Gott Israels auch uns Nichtjuden zu dem großen Fest des Lebens eingeladen.
Der Herr sprach zu seinem Knecht: Geh hinaus auf die Landstraßen und an die Zäune und nötige sie hereinzukommen, dass mein Haus voll werde. (Lukasevangelium 14,23) Das ist der Lehrtext für diesen Tag aus dem Neuen Testament.
Diese Einladung gilt auch heute, sie gilt auch Ihnen und mir. Eingeladen sind wir zum Fest im Hause Gottes. Seien wir nicht halsstarrig. Folgen wir der Einladung Gottes!
Einen gesegneten Tag wünsche ich Ihnen allen.
Seid nicht halsstarrig (2. Chronik 30,8)
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