Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

11.09.10, Pfarrer Michael Nitzke

Kircheneintrittsstelle

Autor: „Einfach eintreten?“ - Man muss doch wenigstens vorher anklopfen. Ja, für die Tür des Chefs ist das selbstverständlich.

Benimmregeln besagen, dass man sogar bei einer offenen Bürotür nicht einfach eintreten darf.  Und doch gibt es Türen, über denen die Worte „Einfach eintreten“ stehen:

Kircheneintrittsstellen werben damit: „Einfach eintreten!“  Pfarrer Hans Lücke von der evangelischen Kircheneintrittsstelle Düsseldorf beschreibt, welche Menschen zu ihm kommen.

O-Ton: „Man ist gefragt worden, eine Patenschaft zu übernehmen, oder man möchte sich kirchlich trauen lassen. Und es kommen auch Leute zu uns, die ganz neu einsteigen, das heißt, die noch gar nicht getauft sind, und die heute sagen, sie interessieren sich für den christlichen Gauben, sie möchten gerne auch äußerlich wirklich dazugehören.“

Autor: Hans Lücke gibt dann Informationen zur Taufe, nennt die richtigen Kontakte zu der Gemeinde, in der man wohnt, oder sich zu Hause fühlt. Auch so wird ein Kircheneintritt einfach. Wer schon getauft ist, kann seinen Wiedereintritt einfach bei ihm erklären. Wichtig sind dabei nicht irgendwelche Formulare sondern das persönliche Gespräch.

O-Ton: „Manche kommen mit Zittern und Zagen: ‚Muss man da ne Prüfung ablegen, Und dann haben wir das ganz schnell natürlich geklärt, dass sie einfach nur eine Stunde Zeit für ein gutes Gespräch mit-bringen sollen, wo wir sowas versuchen wollen, wie ‘n kleinen Update zu machen: Was ist christlicher Glaube heute?“

Autor: Glaube besteht nicht aus äußeren Frömmigkeitsformen oder rituellen Dingen. Christlicher Glaube fragt nach dem Wichtigsten und Kostbarsten im Leben. Das ist die Freude, die durch den Glauben kommt, das Gefühl nicht allein zu sein auf dieser Welt, das Bewusstsein getragen zu werden von Gott. Das ist die Vision einer friedvollen Zukunft und das ist ein offenes Herz für die Mitmenschen.

O-Ton: Gott ist Nähe, und das heißt dann konkret eben dem Menschen nahe sein. So würde ich Evangelium für mich selbst beschreiben, und so versuche ich das auch im Gespräch anzuregen, dass die Leute selber mal drüber nachdenken, wo ihnen denn Evangelium in diesem Sinne begegnet ist, bei ‘nem tollen Pfarrer, der mit ihnen damals im Konfirmandenunterricht Fußball gespielt hat, wo auch immer im persönlichen Leben.

Autor: Viele berichten bei so einem Gespräch auch über schlechte Erfahrungen mit Kirche oder ihren Amtsträgern. Aber sie haben ihren Glauben und sehnen sich danach, ihn in Gemeinschaft zu leben. Sie suchen Menschen, die die Botschaft von Gottes Liebe leben, Menschen die Wärme ausstrahlen, und Geborgenheit vermitteln. Hans Lücke beschreibt Menschen, die das erfahren haben:

O-Ton: Es sind uns da tolle Leute begegnet  die vom christlichen Glauben wirklich entzündet sind, die eine Botschaft  durch Ihre Person vermitteln. Und das fasziniert mich so stark, dass ich gerne auch mich damit auseinandersetzen möchte. Deshalb komme ich zu Ihnen hier in die Eintrittsstelle, und auf diesem Weg sozusagen wieder auch äußerlich wieder Mitglied der Kirche zu werden.

Autor: Auch in Ihrer Gemeinde vor Ort können Sie einfach eintreten. Ihre Pfarrerin oder Ihr Pfarrer freut sich, wenn Sie anrufen. Oder kommen Sie einfach zu einer der Kircheneintrittsstellen. Die gibt es in vielen größeren Städten in Deutschland.

Audiobeitrag Kircheneintrittsstelle


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