Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

11.09.10, Holger Pyka

Pfandflaschen. Annahme

Am Wochenende suche ich meine Pfandflaschen zusammen. Und ich finde die an allen möglichen Stellen: Unter der Spüle, in meiner Sporttasche. Oder unterm Autositz.

Manche haben da eine Zeit rumgelegen, sind zerdrückt oder das Etikett ist lose und zerkratzt. Dann stehe ich schließlich vollbepackt vor dem Pfandflaschenautomaten. Und dann immer wieder dieses komische Geräusch. Und die Flasche kommt wieder raus, und der Automat sagt mir:  „Bitte Flasche richtig herum einlegen.“ Manchmal aber auch: „Flasche kann hier nicht angenommen werden.“ „ Etikett nicht lesbar.“: „Flasche ist beschädigt. Bitte entsorgen.“ Oder: Dieser Automat ist vorübergehend außer Betrieb!“

Aber zum Glück gibt’s noch die nette Verkäuferin. Die steht daneben, guckt sich die Flaschen an und sagt: „Na, geht’s nicht? Ach, lassen Sie die mal hier, ich nehme die so. Sind ja alles Flaschen, oder?“

Ich stelle mir Gott wie die nette Verkäuferin vor. Dass der am Ende auch zu jedem sagt: Ich nehm‘ Dich so. Auch, wenn Du Dir im Leben ein paar Beulen und Kratzer abgeholt hast. Auch, wenn Du andersherum oder ein bisschen schräg bist. Auch, wenn Du mit falschen Etiketten rumgelaufen bist. Ich nehm‘ Dich auch so.

Sprecher: Daniel Schneider

Audiobeitrag Pfandflaschen. Annahme


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