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beten und feiern
Mohammed dreht die Musik leiser, als wir auf den Militärkontrollpunkt zufahren. Ein gelangweilter Soldat leuchtet mit einer großen Taschenlampe ins Auto,
ein Kollege steht neben ihm und raucht eine Zigarette. Beide tragen automatische Maschinengewehre. Mohammed und Ali zeigen ihre Pässe. Der Soldat mit der Taschenlampe schaut die Dokumente kurz an und gibt ein Zeichen, dass wir weiterfahren können. Die beiden Libanesen sitzen vorne in dem großen Geländewagen. Judith und ich sitzen hinten. Uns nehmen die Uniformierten kaum zur Kenntnis.
Mitten in der Nacht fahren wir weiter die Berge hoch, entfernen uns immer weiter von den Lichtern Beiruts. Mohammed macht die Musik wieder an, Lady Gaga löst libanesische Folklore ab. Wir sind auf dem Weg zu einer Party außerhalb der Stadt.
Meine Freundin Judith studiert für ein Semester im Libanon und ich besuche sie dort. Die beiden Jungs hat sie an der Uni kennengelernt. Schon lange hat sie sich an die Militärkontrollen gewöhnt.
Ich habe immer noch ein komisches Gefühl, wenn ich die bewaffneten Männer sehe. Wie lebt man in einem Land, in dem man ständig mit dem nächsten Krieg rechnet? Die libanesischen Jungs lösen das Problem mit Beten und Feiern. Sie beten, dass es keinen Krieg gibt und sie feiern jede Nacht, als ob der Krieg morgen beginnt.
Sprecher: Daniel Schneider
beten und feiern
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