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Gott lehre uns Seine Wege (Jesaja 2,3)
Das Lehren und Lernen dient der Entrohung des Menschen. Diesen Gedanken, liebe Hörerinnen und Hörer, hat Philipp Melanchthon,
der Freund und Mitstreiter Martin Luthers, geprägt. Wir dürfen die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen nicht einfach laufen lassen. Das hat Melanchthon für seine Zeit neu erkannt und gefordert. Sie verrohen sonst. Ihre Begabungen werden nicht gefördert, ihre Schwächen nicht begrenzt oder überwunden.
Deshalb gründete Melanchthon Schulen und Universitäten. Die Einrichtung von Schulen machte er sogar den evangelischen Kirchengemeinden seiner Zeit zur Pflicht.
Nicht erst die gegenwärtige Politik hat die entscheidende Bedeutung der Bildung für das Zusammenleben der Menschen entdeckt. Lehren und Lernen waren schon damals ein entscheidendes Anliegen der Reformation. Aber es war nicht ihre Erfindung. Sie hat vielmehr eine alte biblische Erkenntnis wieder zum Leuchten gebracht.
Sprecherin: Viele Völker werden hingehen und sagen: Kommt, lasst uns auf den Berg des Herrn gehen, zum Hause des Gottes Jakobs, dass er uns lehre seine Wege und wir wandeln auf seinen Steigen. (Jesaja 2,3)
Autor: Der Prophet Jesaja offenbart uns in diesem Losungswort für den heutigen Tag eine Vision: die Menschen werden aufbrechen zum Tempel auf dem Zion, dem Berg Gottes in Jerusalem! Menschen aus vielen Völkern ertragen ihre Irrungen und Verwirrungen nicht mehr. Politische Versprechungen haben sich als Illusionen erwiesen. Angebliche Heilslehren führten Menschen in Sackgassen. Statt auf den Wegen des Lebens erlebten sich die Menschen auf den Wegen von Krieg, Ausbeutung und Zerstörung. Was sie lernten, diente nicht dem Leben, sondern führte in den Tod. Davor könnte Jesaja auch heute warnen und zum Lernen des Friedens einladen. Auch uns.
Denn der Prophet hat eine Vision: nicht nur die Menschen seines Volkes, sondern alle Völker kommen endlich zur Besinnung. Sie wollen lernen, was dem Leben dient, was das Leben bewahrt, was Frieden und Gerechtigkeit zwischen Menschen und Völkern ermöglicht. Und der Prophet weiß bereits, was auch der Reformator Melanchthon neu entdeckt: Nur wenn wir auf Gott hören, können wir Menschen wahrhaftig lernen, was dem Leben dient.
Nämlich: Gott, der Herr, ist der Schöpfer allen Lebens. Er hat nicht nur einer chaotischen Natur eine Ordnung gegeben und sie dadurch zu einem Raum gemacht, in dem menschliches Leben sich entwickeln kann. Er hat seinen Menschen auch Ordnungen offenbart, die ein gelingendes Leben in Frieden und Gerechtigkeit ermöglichen. Menschliches Leben soll nicht im Chaos von Interessen, Egoismen, Macht, Gewalt und Krieg zugrunde gehen. Gottes Wort und Weisung eröffnen einen Lebensraum für alle Menschen.
Kommt, lasst uns auf den Berg des Herrn gehen,
dass er uns lehre seine Wege
Das heißt für uns heute: Kommt, lasst uns Gottes Wort und Weisung in der Heiligen Schrift hören, lesen und mit einander für unser Leben fruchtbar machen. Kommt, lasst uns auf das Leben, Leiden, Sterben und Auferstehen Jesu Christi sehen. An ihm und durch ihn können wir lernen: Gott ist der Herr und Vater aller Menschen. Die Vision des Propheten Jesaja ist noch immer aktuell. Und die Einsichten des Reformators Philipp Melanchthon auch. Und heute rufe ich Ihnen, liebe Hörerinnen und Hörer, diese Aufforderung zu: Kommt, lasst uns im Namen Jesu Christi die Wege Gottes lernen. Sie lassen uns leben. Der Berg Gottes ist durch Jesus Christus jetzt auch bei uns zu Hause. Wir finden ihn in der Heiligen Schrift. Zum Beispiel in der Bergpredigt, Matthäus 5-7. Lasst sie uns aufschlagen und lesen, gleich heute. Einen lehrreichen Weg durch diesen Tag wünsche ich Ihnen.
Gott lehre uns Seine Wege (Jesaja 2,3)
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