Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

14.08.10, Mark Pollmeier

Spontan-Gebete

„Damals, nach diesem Unfall am Nürburgring, habe ich schon gedacht: Lieber Gott, wenn du wirklich da oben bist, dann hilf mir jetzt ein bisschen.

Ja, solche Gebete habe ich schon gesprochen.“

So erzählt es der Formel1-Rennfahrer Niki Lauda. Bei einem Rennen am Nürburgring war Lauda schwer verunglückt und dabei fast verbrannt.

„Lieber Gott, wenn du wirklich da oben bist, dann hilf mir jetzt ein bisschen.“ Auch wenn sie keine Formel1-Piloten sind: Die meisten Menschen kennen solche Stoßgebete. Oft werden die Gebete gar nicht ausgesprochen, sondern nur gedacht:

„Lieber Gott, lass mich bloß diese blöde Prüfung bestehen!“
„Bitte, lieber Gott, mach, dass er zurückkommt!“
„Gott, lass meine Mutter wieder gesund werden!“

Mancher kommt sich bestimmt ein bisschen albern vor, wenn er solche Dinge denkt. Was soll Gott schon mit meinem Leben zu tun haben? Ich bin ja nicht mal besonders religiös. Eigentlich peinlich, so ein Stoßgebet...

Tja, ob der liebe Gott das auch so sieht? Wenn ich ihn richtig einschätze, ist er da nicht so kleinlich. Ihm ist es vermutlich egal, ob jemand besonders fromm ist oder nicht. Und auch auf die genaue Wortwahl des Gebets wird er keinen großen Wert legen. Ich glaube, der liebe Gott freut sich einfach, wenn sich ein Mensch an ihn wendet. Denn auch das kleinste Gebet ist ja vor allem eines: ein ziemlich großer Vertrauensbeweis.

Sprecherin: Alexa Christ

Audiobeitrag Spontan-Gebete


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