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durchgehend geöffnet
Neulich wollte ich mich mit einem Freund verabreden. Wie wärs denn kommenden Sonntag? fragte ich. Jaaa... kam die zögerliche Antwort.
Da kann ich aber erst ab 16 Uhr. Vorher bin ich noch beim Frisör. Beim Frisör? fragte ich überrascht zurück? Ja, meinte mein Freund, der im Hauptbahnhof. Der hat quasi rund um die Uhr geöffnet. Total praktisch.
Erstaunlich. Es gab ja mal Zeiten, da hatten Frisöre montags geschlossen. Inzwischen kann man sogar sonntags hin. So wie man sonntags ja auch in den Supermarkt kann oder zum Bäcker. Ganz nett, wenn man mal wieder vergessen hat, einzukaufen. Dann schlappt man halt los und holt sich ein paar frische Croissants zum Frühstück.
Trotzdem habe ich bei so was immer ein kleines schlechtes Gewissen. Was soll ich antworten, wenn die Bäckersfrau mir einen schönen Sonntag wünscht? Ich weiß ja: Während ich gleich auf dem Balkon meine Croissants genieße, wird sie den Rest des Tages in ihrer überhitzten Backstube stehen.
Selber schuld, könnte man da antworten. Es zwingt den Bäcker ja niemand, am Sonntag zu öffnen. Aber das stimmt halt nur theoretisch. Sobald einer mal angefangen hat, sonntags aufzumachen, müssen die anderen irgendwann nachziehen. Das heisst am Ende: Nicht mal mehr am Sonntag kann ich mich einfach so verabreden, weil dann irgendwer zum Frisör will oder vielleicht in den Baumarkt. Und schon ist der Sonntag dann ein Tag wie jeder andere auch.
Ein ganz schön hoher Preis für das bisschen Luxus.
Sprecherin: Alexa Christ
durchgehend geöffnet
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