| |
Loveparade Ein Fest der Liebe und Freude
Es sollte ein großes Fest werden, das die jungen Menschen letzten Samstag in Duisburg feiern wollten.
Liebesparade so der hoffnungsvolle Titel der Veranstaltung. Und alles begann auch so hoffnungsvoll, wie erwartet. Mit vielen Gleichaltrigen feiern und tanzen. Bei Musik, ausgelassener Stimmung und einem sommerlichen Wetter, das eigentlich nur der Himmel geschickt haben konnte. Es sollte ein großes Fest werden. Nicht nur für Duisburg, fürs ganze Ruhrgebiet. Ja für ganz Deutschland. Wie es endete, wissen wir: aus der Loveparade wurde ein Trauerzug.
Heute, eine Woche später, findet ein ökumenischer Gedenkgottesdienst für die Toten und Verletzten statt. Für die Angehörigen, die Betroffenen und Helfer und alle Menschen, die das Leid nicht fassen können. Um 11.00 Uhr kommen in der Evangelischen Salvatorkirche in Duisburg viele Trauernde zusammen, um der Katastrophe zu gedenken und sich von den Toten zu verabschieden. Um gemeinsam zu beten, zu klagen, zu weinen. Um gemeinsam zu tragen, was alleine unerträglich ist.
Alt und lebenssatt sollen Menschen sterben. So jedenfalls wünscht es die Bibel. Alt an Lebensjahren und gesättigt von Erfahrungen und Erlebnisse. Nach einem langen und erfüllten Leben friedlich im Kreise der Familie einschlafen.
Der Tod von jungen Menschen, die noch so viel in ihrem Leben vorhatten, ist nicht der Tod im biblischen Sinne. Schon gar nicht durch eine Katastrophe plötzlich und unerwartet mitten aus dem Leben gerissen zu werden.
Und doch geschehen Katastrophen immer wieder auf der Welt. Nicht nur in Duisburg. Junge Menschen sterben einen sinnlosen Tod. Plötzlich wird ihr Lebensfaden auf brutale Weise zerrissen. Sie sterben vor ihrer Zeit und hinterlassen eine Leere, die für Hinterbliebenen nie mehr gefüllt werden kann.
Ihr werdet weinen und klagen und ihr werdet traurig sein, sagt Jesus angesichts seines eigenen Todes. (Johannes 16,20) Er kennt den Schmerz und die Tränen, die Wut und Trauer, die der Tod eines geliebten Menschen mit sich bringt. Er, der selbst einen brutalen und viel zu frühen Tod starb. Doch er weiß auch, dass der Tod nicht das Letzte ist.
Ihr werdet weinen und klagen, und ihr werdet traurig sein; doch so verspricht es Jesus allen Trauernden weiter eure Traurigkeit soll in Freude verwandelt werden und eure Freude soll niemand von euch nehmen. (Johannes 16,22), einst wenn wir uns wiedersehen.
Es sollte ein großes Fest werden. Duisburg im Mittelpunkt der ganzen Republik. Deutschland schaut heute auf Duisburg mit Trauer im Herzen und Tränen in den Augen. Wir können das Erlebte nicht ungeschehen machen. Wir können uns nur Gott anvertrauen und versuchen, mit dem Geschehenen weiterzuleben. Die Toten und Trauernden mit unseren Gedanken und Gebeten zu begleiten. Und die Hoffnung nicht aufzugeben, dass unsere Tränen getrocknet werden.
Ich vertraue dabei auf ein biblisches Versprechen. Auf eine alte Hoffnung des Propheten Jesaja. (Jesaja 25,8) Was er im Alten Testament beschreibt, ja das klingt für mich wie eine echte Loveparade. Ein Fest voller Liebe und Freude.
Einst findet eine große Feier statt verheißt der Prophet. Gott selbst ist der Gastgeber und lädt uns alle dazu ein. Männer, Frauen und Kinder. Junge wie Alte. Dort werden wir zusammen essen und trinken und sicher auch wie es für eine richtige Feier üblich ist miteinander singen und tanzen. Es wird ein großes Fest, auf dem es genug Platz geben wird für alle. Fröhliche Menschen mit lachenden Gesichtern und ausgelassener Stimmung liegen sich in den Armen. Sie feiern ein echtes Freudenfest, denn Gott wird sein Versprechen erfüllen: Er wird den Tod verschlingen und die Tränen von allen Angesichtern abwischen. (Jesaja 25,8)
Aus den Tränen der Trauer werden Freudentränen. Nicht nur in Duisburg. Auf der ganzen Welt.
Loveparade Ein Fest der Liebe und Freude
|