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Eine Auswanderergeschichte
Ich will Dir das Land zeigen, in das du gehen sollst Liebe Hörerinnen und Hörer, Sie kennen bestimmt die Fernsehsendungen über Menschen,
die Deutschland den Rücken kehren und sich in einem anderen Land niederlassen. Goodbye Deutschland! Die Auswanderer heißt beispielsweise eine. Es ist schon spannend, was diese Menschen so alles erleben. Da bricht eine Familie alle Zelte in Deutschland ab, bestellt den Möbelwagen, feiert eine tränenreiche Abschiedsparty mit den Freunden und zieht mit Kind und Kegel nach Australien. Ohne Arbeitserlaubnis, ohne Wohnung, ohne sich gründlich über das Land informiert zu haben. Ohne zu wissen, wie und wo die Kinder zur Schule gehen können. Die Eltern verwirklichen sich einen Traum, suchen das Abenteuer. Oder aber und das ist in vielen Beispielen der Fall- sie sind extrem unzufrieden mit ihrer Situation zuhause. Hoffen, sich in einem anderen Land wirtschaftlich besser zu stellen. Sie planen, ein Restaurant auf zu machen oder sonst eine Dienstleistung anzubieten. Hauptsache raus, abhauen, das Weite suchen. Sich befreien von all den aktuellen Schwierigkeiten. Und was sie dann in der neuen Heimat antreffen und mitmachen bis sie sich wirklich niedergelassen haben und richtig angekommen sind, das ist manchmal unglaublich.
Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen. Genau darum soll es in den Andachten diese Woche gehen. Wie sich Menschen auf den Weg machen, konkret auf eine Reise oder auch auf ihren Lebensweg und was ihnen unterwegs so begegnet.
Die Auswanderungsgeschichte schlechthin steht in der Bibel, im Alten Testament. Da wandert das israelische Volk aus Ägypten aus. Dort waren sie in Gefangenschaft, mussten hart arbeiten und beklagten sich ständig über ihre Situation. Gott hört ihre Unzufriedenheit und ihren Wunsch nach Freiheit und beauftragt den großen Mose, das Volk in ein anderes Land zu führen. Wo das war und was sie dort erwarten würde, wussten sie nicht. Es war aber das gelobte Land. Also sehr verheißungsvoll das Ganze. In einer spektakulären Nacht- und Nebelaktion gelingt es den Israeliten zu entkommen. Und das eigentlich spannende ist das, was das Volk jetzt unterwegs erlebt. Fast holen sie die Unterdrücker wieder ein. Nur ganz knapp retten sie sich ans andere Ufer des Roten Meeres, während die Verfolger untergehen. Dann haben sie Hunger und beklagen sich, dass es nicht genug zu essen gibt. Später haben sie Durst. Immer wieder murren sie und beklagen sich bei Mose darüber, dass sie überhaupt aufgebrochen sind. Wären wir doch zuhause geblieben, hört er immer öfter. Immer wieder bittet er Gott um Hilfe. Und Gott hilft, befreit das Volk aus seiner konkreten Not. Jedes Mal. Bis sie schließlich nach 40 Jahren heißt es- also nach unvorstellbar langer Wanderung durch die Wüste, in das gelobte Land einziehen.
Was die Menschen im alten Israel erlebt haben und die modernen Auswanderer mitmachen, kann jeder Mensch heute auf seinem Lebensweg erfahren. Nicht umsonst nennen wir Christen uns im Gefolge Israels auch das wandernde Gottesvolk. Wer sich aus einer Lebenssituation aufmacht in eine andere, der erlebt das zunächst als Befreiungsschlag. Aber dann kommen oftmals die Bedenken, Widerstände, Probleme, Wüstenzeiten eben. Dann heißt es: durchhalten, die neue Perspektive als Ziel vor Augen und sich darauf verlassen, dass Gott mitgeht und immer wieder weiterhilft, selbst dann, wenn man meint, nichts geht mehr. Es lohnt sich. Gott hilft uns, einen langen Atem zu haben und anzukommen.
Eine Auswanderergeschichte
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