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Was mach´ich, wenn ich tot bin?
Autorin: Was mach ich eigentlich, wenn ich tot bin? Das frage ich mich manchmal. Genau das haben auch zwei Journalistinnen verschiedene Leute gefragt:
Was machen Sie, wenn Sie tot sind? Die Schriftstellerin und Juristin Juli Zeh, 35 Jahre alt:
Sprecherin:Für mich gibt es kein Leben nach dem Tod, und an dieser Überzeugung wird keine Erfahrung irgendetwas ändern, glaube ich. Der Mensch verschwindet im Moment seines Todes, es bleibt nichts übrig außer einem toten Körper. Mir fällt es schwer, auch nur zu begreifen, dass es Menschen gibt, die das anders sehen. (S. 23)
Autorin: Rosann Philipps, 27 Jahre, Hebamme, sieht das anders, allein schon wegen der Neugeborenen:
Sprecherin: Ich glaube daran, dass man nach dem Tod irgendwo weiter da ist als ein Ich, das man gewesen ist. Am ehesten kann ich mir vorstellen, dass wir nicht in irgendeiner Form da sind, sondern als Energie. Und diese Energie könnte als ein neues Kind wieder körperlich werden vielleicht weiser als beim letzten Mal. Wenn ich das sehe, wie unterschiedlich die Neugeborenen sind und wie viel sie schon mitbringen, denke ich manchmal, woher kommen die? (S. 28, 31, 27)
Autorin: Woher kommen wir alle? Und gehen wir dort wieder hin, wenn wir tot sind? Die Antworten auf diese Frage hängen natürlich ab von der Familie und den Überzeugungen, mit denen man groß geworden ist, von den eigenen Erfahrungen im Leben, von Schicksalsschlägen, beruflichen Herausforderungen. Aus allen 46 Antworten ist ein Buch entstanden, Titel: Was mach ich, wenn ich tot bin? Eine Entdeckungsreise ins Leben danach. Die Antworten sind berührend. Ich finde fast alle überzeugend, dabei widersprechen sie einander zum Teil. Horst Dronia, 78 Jahre alt, Meteorologe, sagt:
Sprecher: Ich glaube nicht an ein Danach für mich als Individuum. Vor mir war ich nicht. Warum sollte ich dann nach mir sein? Eine weitere Existenz und ich meine eine seelische Existenz ist für mich untrennbar verbunden mit einer materiellen Struktur. Um es salopp zu sagen: ohne Hardware keine Software. (S. 47f)
Autorin: Alle Befragten sagen einstimmig: Was ich über den Tod und das Danach denke, beeinflusst mein Leben im Hier und Jetzt. Margot Käßmann, 52 Jahre, Pfarrerin:
Sprecherin: Ich bin überzeugt, dass es das gibt, was Christen als Auferstehung glauben. Ein Leben nach dem Tod in Gottes Zukunft, in der nach der Bibel alle Tränen abgewischt sein werden und der Tod nicht mehr sein wird. Alles, was ich leiste, verantworte und mache, ist nicht so entscheidend. Aber ich will mein Leben in Verantwortung vor Gott leben. Und: Der Tod ist für mich keine Sackgasse, sondern eine Station auf meinem Weg hin zu Gott. (S. 197)
Autorin: Was mach ich, wenn ich tot bin? Die Antwort auf diese Frage ist wichtig, denn entsprechend lebe ich im Hier und Jetzt. Was ist mir wichtig angesichts des Todes? Was hat Wert? Doch egal, was ich über den Tod und das Danach denke: Es kommt wahrscheinlich ganz anders. Wir werden es erleben.
Literaturtipp: Was mach ich, wenn ich tot bin? Eine Entdeckungsreise ins Leben danach, hrsg. von Claudia Toll und Susanne Schürmann-Mock, Pendo Verlag, München 2009.
Was mach´ich, wenn ich tot bin?
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