Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

14.07.10, Beate Raguse

Im Schlaf

„Den Seinen gibt’s der Herr im Schlaf.“ Wie oft haben wir das zu Mark gesagt. Während wir wie verrückt gelernt haben, auf alles Mögliche verzichtet und uns

selbst am Wochenende zum Wiederholen verabredet haben, hatte er immer noch Zeit. Um Basketball zu spielen, um ins Kino zu gehen oder um die neue Kletterhalle zu testen. Am Wochenende jobbte er abends in einer Kneipe. Und geschlafen, geschlafen hat er auch gern. Wie oft kam er ohne Frühstück zur ersten Stunde, weil er den Wecker überhört hatte. „Den Seinen gibt’s er Herr im Schlaf.“ Stöhnten wir halb anerkennend, halb neidisch.

Dabei hätten wir es uns vielleicht auch einfacher gemacht. Wenn wir damals gewusst hätten, was Forscher mittlerweile erkannt haben. Dass man im Schlaf lernen kann, so mit dem Heft unterm Kissen, ist zwar ein Märchen. Was aber klappt oder wozu Schlaf sogar nötig ist; um Gelerntes zu festigen. Klavier spielen, tanzen oder Basketball spielen, also alles was mit Bewegung zu tun hat, setzt sich erst richtig in der Traumphase. Reines Wissen -wie Vokabeln oder chemische Formeln- wird in der Tiefschlafphase abgespeichert. Eine Fähigkeit muss man allerdings besitzen; abschalten können, loslassen, damit man wirklich in tiefen Schlaf fällt.

Was die Forscher heute erst nachweisen können, das weiss die Bibel schon seit rund 3000 Jahre alt. „Den Seinen gibt´s der Herr im Schlaf.“

Sprecherin: Alexa Christ

Audiobeitrag Im Schlaf


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