Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

13.07.10, Bernd Tiggemann

Was bleibt für Südafrika?

Die Fußball-WM ist offiziell zu Ende. Und die Fans kehren langsam nach Hause zurück. Z.B. auch Jörg. Der war nämlich live in Südafrika und schwärmt immer noch

von dem großartigen Ereignis. Der hat alles hautnah miterlebt. Und er berichtet von gigantischen Stadien, von den gastfreundlichen Menschen und von der friedlichen Stimmung.

Themba ist immer noch in Südafrika. Zusammen mit seiner Mutter und seinen drei Schwestern wohnt er in einer Hütte, die viel kleiner ist als die Umkleidekabinen der großen Fußballstars. Owohl er so nah dran ist, hat er keines der großen neuen Stadien von innen gesehen. Die Tickets sind viel zu teuer und seine Familie ist ziemlich arm.

Was bleibt für Südafrika - nach der WM? Und was bleibt für Themba? Von den millionenschweren Stadien kann er sich nichts kaufen. Und wenn die Fußball-Touris weg sind, hat er mit seinem kleinen Verkaufsstand am Straßenrand echt schlechte Karten.

Was Themba am dringendsten braucht? Vor allem eine Perspektive, finde ich. Ein Ziel, für das es sich zu leben lohnt. Doch davon ist er genauso weit entfernt wie sein Land:  Es ist traurig aber wahr: Armut, Gewalt und Schulden bestimmen den Alltag.

Für Südafrika gilt trotz Fußball-WM genau das, was Herbert Grönemeyer schon vor vier Jahren gesungen hat: "Es ist Zeit, dass sich was dreht". Und zwar mehr als ein Fußball auf dem Rasen.

Sprecher: Daniel Schneider

Audiobeitrag Was bleibt für Südafrika?


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