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Geld verschwenden
Guten Morgen, liebe Hörerin, lieber Hörer! Manchmal macht es Sinn, Geld zu verschwenden. Denn manche Momente sind so kostbar, dass nichts zu teuer ist,
dass nichts zu teuer ist, um ihre Kostbarkeit spürbar zu machen.
Da ist zum Beispiel eine Braut. Sie und der Bräutigam bereiten die Hochzeit vor. Ans Sparen denken sie nicht. Sie entwerfen eine aufwendige Einladung, suchen einen raffinierten Tischschmuck aus und bestellen gutes Essen. Mutter und Freundin kaufen mit der Braut die Kleidung für den Hochzeitstag ein: Zierliche Pumps, transparente Strümpfe, ein schlichtes Kleid für das Standesamt, und ein Traum in fließendem Weiß für die kirchliche Trauung.
Ist das denn nötig? Warum gibt ein junges Paar, das am Anfang des Berufs-und Ehelebens steht, so viel Geld für die Hochzeit aus?
Am Hochzeitstag steht die Braut wie eine Königin vor der Kirche. Würdevoll sieht sie aus. Der Bräutigam schaut sie fast ein wenig schüchtern an. Schön ist sie, seine Frau. An diesem Tag den sie beide nicht vergessen wollen. In ihrem weiteren Leben wird sie keine Königin sein; sie wird auf Sonderangebote achten. Ihre Kleider wird sie Monate und Jahre tragen. Das Hochzeitskleid aber nur einmal. Am Hochzeitstag. Der ist es ihr wert, Geld mit vollen Händen auszugeben.
Manche Tage im Leben müssen gefeiert werden, koste es was es wolle. Sie geben unserem Leben Freude und Glanz. Jesus erlebt das, kurz bevor er mit seinen Jüngern in Jerusalem ankommt. Die Luft wird dünner um ihn herum. Seine Gegner bedrängen ihn. Die Freunde wollen es nicht wahrhaben, aber Jesus weiß: lange werde ich nicht mehr leben.
Wie so oft sitzen sie abends bei einem guten Bekannten zusammen. Leckeres hat der Gastgeber bringen lassen. Jesus und seine Freunde greifen zu und lassen es sich schmecken. Eine Frau aus der Runde steht auf. In einer Hand hält sie ein kleines edles Gefäß mit einem langen dünnen Hals. Sie stellt sich hinter Jesus, dreht den Hals des Fläschchens ab und lässt ein paar Tropfen seines Inhalts auf Jesus herunterfließen. Ein intensiver erdiger Duft breitet sich sofort im ganzen Raum aus. Nardenöl, spricht einer aus, was alle riechen. Reines, kostbares Nardenöl. Mit ein paar Tropfen dieses Öls werden Könige gesalbt und Tote ein letztes Mal eingerieben. Am Tisch wird es unruhig. Die Gesellschaft tuschelt. Einer sagt es laut: 300 Silbergroschen muss sie dafür bezahlt haben. Soviel Geld, der Jahreslohn eines Arbeiters. Wie viele Arme hätten wir damit unterstützen können!
Jesus aber sagt ganz ruhig: Sie hat mir gut getan.
Der Bibeltext verschweigt, warum die Frau Jesus mit Nardenöl gesalbt hat. Erzählt wird nur, dass Jesus es genossen hat. Die Frau hat viel Geld ausgegeben, damit sie ihm nahe sein und ihn berühren konnte. Durch das Öl hindurch. Intensiv duftend. Entspannend in angespannter Zeit. Ein Moment der Ruhe und des Festes wie schnell sind solche Momente vorbei. Jesus weiß es. Die Frau ahnt es vielleicht.
Manchmal macht es Sinn, Geld zu verschwenden: am Hochzeitstag, am Geburtstag, an einem sonnigen Sommertag, auch am Kranken- oder Sterbebett. Denn manche Momente sind so kostbar, dass nichts zu teuer ist, um ihre Kostbarkeit zu entfalten.
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