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Schulden erlassen
Guten Morgen, liebe Hörerin, lieber Hörer! Wer hat die Welt heute in der Hand? Das internationale Finanz-und Bankenwesen,
heißt es in Nachrichtensendungen und Zeitungsartikeln. Denn Banken und Kreditgeber sind sehr mächtig. Geld regiert die Welt. Und heute besonders die Kreditwirtschaft.
Jeder zehnte Privathaushalt in Deutschland ist überschuldet. Das ist bedrohlich. Aber noch bedrohlicher ist der Schuldenstand vieler Staaten. Griechenland wäre fast bankrott gewesen. Um Griechenlands Kreditwürdigkeit und Handlungsspielraum zu bewahren, haben andere Länder ihm Sicherheiten gewährt.
Deutschland ist eins der reichsten Länder innerhalb der Europäischen Union. Aber seine Schulden sind enorm hoch. Die Schuldenuhr des Bundes der deutschen Steuerzahler zeigte Anfang Juni 1,7 Billionen Euro an. In jeder Sekunde wachsen die Schulden um 4 400 €. Umgerechnet auf die Bürgerinnen und Bürger ist das eine Prokopfschuld von 21.000€. Der Schuldendienst ist ein großer Bestandteil des deutschen Staatshaushalts. Um Kredite zurückzuzahlen, müssen weitere Kredite aufgenommen werden.
Nicht nur arme Länder sind also überschuldet, auch die reichen Industrienationen sind in der Schuldenfalle gelandet. Kommen wir da überhaupt je wieder raus? Wer soll das alles bezahlen? Unsere Kinder und Kindeskinder?
Wer Schulden hat, ist abhängig von Gläubigern. Das gilt für einzelne Personen wie für Staaten. Wer hohe Kredite abzahlen muss, kann nur sehr eingeschränkt leben. Ein Staat, der hoch verschuldet ist, muss an allen Ecken und Enden sparen. Maßnahmen für Bildung und Gesundheit und für Sozialleistungen sind bei jeder Spardebatte in Gefahr.
In einem Sozialgesetz der Bibel fordert Gott von seinem Volk ein regelmäßiges Erlassjahr. Es soll Menschen davor bewahren, endlos Schulden zurückzahlen zu müssen. In jedem siebten Jahr sollen alle Gläubiger ihren Schuldnern die Restschuld erlassen. Das siebte Jahr ist das Ende aller Schulden. Was bis dahin nicht zurückbezahlt wurde, bekommt der Gläubiger nicht zurück. Diesen Schaden nimmt das Gesetz in Kauf. Denn das Ziel des Gesetzes ist, Armut zu verhindern und nicht Reichtum zu nähren. Das Fundament der Sozialgesetze in der Bibel ist der Glaube, dass uns Menschen nicht gehört was wir besitzen. Das klingt unlogisch. Aber die Bibel denkt von Gott als Schöpfer und als Grund des Lebens. Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn in diesem Erntedanklied ist der Gedanke aufbewahrt. Was wir haben, hat Gott uns geliehen, damit wir die Erde bebauen und bewahren.
Die Bibel enthält sicherlich keine Lösung für die aktuelle Schuldenkrise. Aber sie führt uns die Konsequenz der Schuldenfalle vor Augen. Schulden machen Menschen, Firmen und Staaten unfrei. Gott aber will, dass Menschen frei sind. Erlass uns unsere Schulden, wie auch wir vergeben denen, die uns etwas schuldig sind. Die vierte Bitte im Vater unser kann man auch so übersetzen.
Entschuldung macht wieder frei. Ein neuer Anfang wird möglich. Auch wenn Gläubiger Geld verlieren. Wer glaubt, dass Gott das Leben in der Hand hält, kann die eigenen Hände öffnen und Schuldner aus ihrer Schuld entlassen; einzelne Menschen und Firmen, aber auch Staaten. Deshalb werben Christen für Schuldenerlass. Für die Länder auf der südlichen Erdhalbkugel, die in der Gefahr sind, am Schuldendienst zu Grunde zu gehen. Aber auch für Länder in Europa.
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